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reise nach nordschweden
sommer 2008

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sonntag, 20-juli-2008: sirkka, SF
kilometerzähler: 35 km (GPS: 33.8 km)

karte und GPS-daten
karten und höhenprofile

zusammenfassung:

am vormittag besuchen wir die huskyfarm "polar speed" etwas ausserhalb von sirkka. am nachmittag mieten wir bikes plus die volle ausrüstung, um am levi auf den downhill strecken kopf und kragen zu riskieren.


im detail:

in der nacht gab es ein heftiges gewitter und es regnete zeitweise wie aus kübeln. das gewitter war wohl der grund, weshalb die mücken gestern abend so nervös und aggressiv waren - dies jedenfalls sagt der platzwart zu uns, als er vorbeigeht während wir im freien frühstücken. es hat zwar immer noch einige mücken, aber es lässt sich aushalten. die wolken haben sich weitgehend verzogen, die sonne scheint und trocknet den nassen boden im nu, unterstützt von einem etwas böigen wind. es ist schon bald mittag, als wir aufbrechen.

the ambis beim frühstück auf dem campingplatz sirkka, SF
campingplatz sirkka, SF
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nach einem kurzen halt beim supermarkt nehmen wir den weg zur husky farm "polar speed" unter die räder. die farm liegt knapp zehn kilometer ausserhalb sirkka, des letzte stück führt uns über eine unbefestigte strasse. wir sind offensichtlich die einzigen besucher, es hat jedenfalls weit und breit kein anderes auto. das eingangstor ist geschlossen, als wir aussteigen hören wir von weitem einen rasenmäher. es gibt keine glocke, wir rufen deshalb auf die nummer an, die auf dem schild neben dem eingang steht, aber es nimmt niemand ab. plötzlich wird der rasenmäher abgestellt und wir sehen einen mann auf's tor zu kommen. als er uns entdeckt macht er auf und begrüsst uns freundlich. er hat den typischen gesichtsausdruck der hier ansässigen samen und spricht ein lustiges englisch. zuerst führt er uns in eine kleine hütte und erzählt uns, was er macht und mit wem er zusammenarbeitet. er scheint ein grosses beziehungsnetz zu haben. einige seiner tiere seien zur zeit im santa clause park bei rovaniemi, erzählt er uns. offensichtlich unterhält er ein schlittenhund-team, welches an vielen namhaften rennen teilnimmt. seine farm dient aber auch immer wieder für modeaufnahmen, er zeigt uns ausgaben berühmter zeitschriften mit models auf der titelseite, die hier fotografiert wurden. wir sind beeindruckt, ein so reges geschäftsleben hätte ich diesem eher zurückhaltend wirkenden mann nicht zugetraut. anderseits zweifle ich keinen moment an seiner kompetenz - zudem ist er ein sehr sympatischer mensch.

nachdem wir seinen erzählungen mit grossem interesse zugehört und seine pokalsammlung bewundert haben, führt uns der mann wieder ins freie. wir spazieren durch die farm und bewundern die hunde. nicht alle sind in einem zwinger, einige sind ausserhalb, allerdings an ketten. die kinder freuen sich, dass sie die hunde ohne störende gitter streicheln können. ich bin immer wieder erstaunt, wie viele huskies den kontakt zu den menschen richtig suchen, sie wollen offensichtlich gestreichelt und gehätschelt werden. reijo jaaskelainen - so heisst der besitzer - hat aber nicht nur huskies, sondern auch finnische spitze. diese hunde sind deutlich kleiner, seien aber sehr gut geeignet, um bei grosser kälte zu überleben. ein spitz-weibchen hat ein 4 wochen altes baby - ein kleines tierchen zum kuscheln, dass eher wie ein kleiner eisbär als wie ein kleiner hund aussieht.

mein lieblingstier ist aber der wolf, der zusammen mit einem halbblut in einem zwinger lebt. dieses tier sei von einer frau als welpen illegal von russland eingeführt worden, erzählt unser gastgeber. am zoll habe man das tier entdeckt und nach einem geeigenten platz gesucht. hier hat der wolf nicht nur ein neues zuhause gefunden, sondern er hat auch nachwuchs gezeugt. huskies und wölfe vertragen sich sehr gut und sie zeugen kräftige, langbeinige nachkommen. reijo hat zahlreiche mischlinge, auch halbblut genannt. der wolf ist sehr scheu, lässt sich aber mit futter auf den baum in seinem zwinger locken. im maschendrahtzaun hat es öffnungen für die kameras, so dass man herrliche bilder ohne störende drähte machen kann.

schliesslich führt uns reijo in den hinteren teil seiner farm, wo ein einzelnes rentier lebt. die anderen seien in rovaniemi, meint er entschuldigend. auch das rentier leidet unter den vielen mücken und hat einige entzündete stellen im fell. sein besitzer behandelt die wunden und führt es dann an einen sonnigeren platz, wo es weniger dieser lästigen plaggeister hat. während sich reijo wieder etwas seiner arbeit zuwendet und die gehege sauber macht, kuscheln unsere kinder mit den huskies. gegen 1330 uhr verabschieden wir uns schliesslich wieder. mehr infos zur husky farm "polar speed" findet man mehr infos auf externer website hier.

reijo jaaskelainen, besitzer der huskyfarm polar speed bei sirkka, SF
besitzer reijo jaaskelainen mit welpen
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huskyfarm polar speed bei sirkka, SF huskyfarm polar speed bei sirkka, SF huskyfarm polar speed bei sirkka, SF
huskyfarm "polar speed"
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husky auf der huskyfarm "polar speed" bei sirkka, SF husky auf der huskyfarm "polar speed" bei sirkka, SF husky auf der huskyfarm "polar speed" bei sirkka, SF
husky
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husky portrait
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husky mit zwei unterschiedlichen augen
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wolf auf der huskyfarm "polar speed" bei sirkka, SF wolf auf der huskyfarm "polar speed" bei sirkka, SF wolf auf der huskyfarm "polar speed" bei sirkka, SF
wolf
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daniel und ein husky auf der huskyfarm polar speed bei sirkka, SF katrin und ein husky auf der huskyfarm polar speed bei sirkka, SF mathias und ein husky auf der huskyfarm polar speed bei sirkka, SF
daniel mit husky
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katrin mit husky
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mathias mit husky
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rentier auf der huskyfarm polar speed bei sirkka, SF finnische spitz auf der huskyfarm polar speed bei sirkka, SF junger spitz auf der huskyfarm polar speed bei sirkka, SF 
rentier
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finnische spitz
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junger spitz
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wir fahren zurück nach sirkka. gemäss unserem reiseführer müsste es am see immeljärvi ein restaurant haben, aber als wir dort ankommen, ist alles zugesperrt. hier ist offensichtlich zur zeit gar nicht saison - da läuft wohl nur etwas, wenn man mit dem motorschlitten unterwegs sein kann. wir fahren deshalb zur talstation levi, denn heute nachmittag ist "biken" angesagt. vorher essen wir bei einem der tische neben dem tennisplatz bei strahlendem sonnenschein zu mittag. nach dem üblichen kaffee und glace im restaurant treten wir entschlossen in das sportgeschäft gegenüber und fragen nach mountain bikes für die ganze familie. obwohl heute sonntag ist, sind nur wenig biker unterwegs. wir werden von kopf bis fuss eingekleidet: jeder erhält einen helm, eine jacke mit rückenpanzer und polster rundherum, dazu handschuhe, knie und ellbogenschoner. und natürlich ein richtiges downhill bike mit federgabel und scheibenbremsen. endlich sind wir alle ausgerüstet und bereit für die erste bergfahrt.

mathias in voller bike-ausrüstung am levi bei sirkka, SF mathias in voller bike-ausrüstung am levi bei sirkka, SF
mathias in voller bike-ausrüstung
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katrin in voller bike-ausrüstung am levi bei sirkka, SF katrin in voller bike-ausrüstung am levi bei sirkka, SF
katrin in voller bike-ausrüstung
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daniel in voller bike-ausrüstung am levi bei sirkka, SF daniel in voller bike-ausrüstung am levi bei sirkka, SF
daniel in voller bike-ausrüstung
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susanne in voller bike-ausrüstung am levi bei sirkka, SF susanne in voller bike-ausrüstung am levi bei sirkka, SF
susanne in voller bike-ausrüstung
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reto in voller bike-ausrüstung am levi bei sirkka, SF reto in voller bike-ausrüstung am levi bei sirkka, SF
reto in voller bike-ausrüstung
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die ambis in voller bike-ausrüstung am levi bei sirkka, SF
die ganze familie in voller bike-ausrüstung
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mit der gondelbahn fahren wir auf den levi. die fahrräder werden aussen angehängt. für die erste abfahrt wählen wir die einfachste abfahrt, also die blaue piste. die jungs fahren voraus, katrin und susanne rollen etwas zaghaft hinter her. erst geht es in gerader fahrt steil den berg hinunter, dann folgt eine kurvenreiche passage mit ausgebauten steilwandkurven. es ist nicht einfach, die richtige geschwindigkeit zu finden. ist man zu langsam, fällt man in der kurve von der überhöhten piste, ist man zu schnell, so fliegt man von derselben. später wechseln sich gerade abschnitte und kurven ab. oberhalb etwa 450 meter über meer hat es keine bäume und wir fahren über karge wiesen. dann tauchen wir in den wald ein und traversieren einige wiesen. nach etwa zwei drittel der strecke taucht katrin mit dem vorderrad in ein loch und fliegt in hohem bogen über den lenker. weil ihre jacke den bauch nicht ganz abdeckt, schürft sie sich die haut auf und macht ein schmerzverzerrtes gesicht. als sie sich etwas erholt hat, setzen wir die fahrt fort. unsere tochter ist nun gar nicht mehr zufrieden mit ihrem bike und findet, es sei zu gross. im sportgeschäft hat man verständnis für ihr anliegen, sie erhält ein kleineres bike und so nehmen wir die zweite bergfahrt in angriff.

oben entscheiden wir uns nochmals für die gleiche piste. nun wissen wir ja, was uns erwartet und können etwas forscher zur sache gehen. nur susanne tut sich schwer und fährt sehr vorsichtig - zu vorsichtig. fast an der gleichen stelle wir katrin stürzt auch sie über das vorderrad. die ausrüstung bewahrt sie vor grösseren verletzungen obwohl ihr das rad auf den kopf knallt. der ringfinger leidet allerdings ziemlich und schwillt so stark an, dass sie den ring nicht mehr abziehen kann. das wird noch eine ganze weile so bleiben ...

doch niemand gibt auf und so nehmen wir die dritte runde in angriff. wir entscheiden uns wieder für die blaue piste. abgesehen davon, dass mir bei einer schlangenlinienfahrt plötzlich das vorderrad wegrutsch und ich für einen moment kontakt mit dem boden habe, überstehen wir diese runde ohne zwischenfälle. bei runde vier fühlen sich die beiden jungs und ich gerüstet für die etwas schwierigere rote piste. die beiden frauen nehmen dagegen wieder die blaue abfahrt. die rote piste führt erst um den berggipfel herum, dann folgen einige hügelfahrten. als dann aber ein sprung über einen zwei meter hohen holzsteg angesagt ist, muss ich passen. daniel machts vor und mathias folgt ihm ohne zu zögern, aber ich wähle den weg aussen herum. dann folgt ein enorm steiler abschnitt über eine kiesstrasse. hier besteht die kunst darin, nicht zu schnell zu werden obwohl man kaum bremsen kann. irgendwie schaffen wir alle diese passage. als wir den wald erreichen verpassen wir anfangs die eigentliche bikepiste und folgen fälschlicherweise der kiesstrasse. dann aber wechseln wir auf die piste im wald die sich um bäume windet und über wurzeln, stock und stein richtung gondelbahn führt. gerade unter der bahn gibt es wieder einige grössere sprünge, welche ich im gegesatz zu den beiden jungs allerdings umfahre. bei der talstation warten susanne und katrin bereits auf uns.

bei der fünften runde nehmen wir alle zusammen die rote piste. die damen bleiben dann allerdings auf der kiesstrasse. wir brausen wieder durch den wald bis mathias auf einem holzsteg von der bahn abkommt und mit dem bike im gebüsch landet. er kommt zum glück mit einige schürfungen davon. schon sitzt er wieder auf dem sattel und setzt die fahrt fort. runde sechs ist schon die letzte runde. wir erwischen gerade noch die letzten gondeln für die bergfahrt. susanne und katrin geniessen noch einmal die blaue piste, wir nehmen die rote bahn. nun ist die reihe an daniel, aus der bahn zu fliegen. im wald ist er zu schnell und wird über die steilwandkurve hinaus katapultiert, allerdings ohne folgen. wenig später löst sich dann an seinem sattel die schraube und das blöde ding fällt von der stange. eigentlich wäre es ein leichtes, den sattel wieder zu montieren - ein taschenmesser mit schraubenzieher habe ich glücklicherweise dabei - aber die mücken hier im wald sind kaum auszuhalten. beim fahren hatten wir die biester gar nicht bemerkt, aber als wir jetzt so verschwitzt stillstehen und verzweifelt versuchen, die schraube wieder ins loch zu bringen, stürzen sich die blöden viecher in massen auf uns. man kann sich keine zwei sekunden auf eine bewegung konzentrieren, schon wird man an fünf orten gleichzeitig gestochen. schliesslich gelingt es uns, den sattel wieder festzumachen und wir nehmen den letzten abschnitt unter die räder.

unten angekommen bringen wir die bikes und die ganze ausrüstung zurück. trotz der kleinen blessuren da und dort hat es grossen spass gemacht - susanne würde das "gross" vielleicht eher weglassen. weitere informationen zum bike park levi findet man mehr infos auf externer website hier.

levi bei sirkka, SF talstation levi bei sirkka, SF
restaurant und sportgeschäft levi
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die "ambis" bei der bergstation
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skipiste bei der talstation levi bei sirkka, SF
skipiste bei der talstation
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unten auf dem parkplatz hat es keine mücken, wir entschliessen uns deshalb, hier zu essen. obwohl wir ja eigentlich nur talwärts gefahren sind, war der nachmittag doch sehr anstrengend. verschwitzt sitzen wir in der abendsonne und geniesen den znacht. anschliessend fahren wir zum campingplatz zurück und befreien uns unter der dusche von schmutz und schweiss. trotz der aufkommenden müdigkeit jassen wir noch eine runde, dann schlüpfen wir erschöpft unter die bettdecke. das war ein toller tag !


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