donnerstag, 1. mai bis freitag 2. mai 1997:

fahrt escondido - los angeles, motorhome abgeben, flug los angeles - zürich


kurz nach sechs uhr stehen wir auf. zusammen mit rolfs familie und seinen eltern fahren wir zum nahen "International House Of Pancake" (IHOP), wo wir gemeinsam frühstücken. wir geniessen die letzten gemeinsamen stunden. monatelang haben wir uns auf dieses wiedersehen gefreut, nun geht es bereits wieder zu ende. wie lange wird es bis zum nächsten mal dauern ? zwar werden sie schon bald zugang zum Internet haben, wir können also in kürze email statt "snail mail" benutzen, aber dies ist natürlich kein ersatz für gemeinsame stunden. aus unserer sicht steht nicht so bald wieder eine USA-reise an, vielleicht schaffen sie es doch einmal, nach europa zu kommen ...

um halb neun uhr ist es dann soweit, wir müssen abschied nehmen. auf dem parkplatz machen wir noch ein letztes erinnerungsphoto, dann heisst es "good bye" sagen. es wird auch diesmal ein tränenreicher abschied. als daniel debbies tränen sieht, beginnt auch er herzerweichend zu weinen. wir umarmen uns ein letztes mal, dann steigen wir ein. daniel kann sich kaum mehr beruhigen, während unser motorhome auf der interstate 15 nordwärts rollt. es hat wenig verkehr, so dass wir rasch vorankommen. gegen halb zehn uhr erreichen wir los angeles, eine stunde später sind wir bei "el monte". das motorhome wird von einem basler inspiziert. wie man wohl zu einem job in den USA kommt ? doch bevor ich ihn fragen kann, sind die formalitäten erledigt. um zwölf uhr bringt uns der "shuttle" zum los angeles international airport. wir geben das gepäck auf, dann essen wir eine kleinigkeit, mangels einer besseren möglichkeit bei MacDonalds. bei der sicherheitskontrolle gibt es keine probleme, obwohl selbst der buggy durch das "röntgengerät" muss. die MD-11 der swissair steht schon bereit, bald dürfen wir einsteigen. als familie mit kleinkinder dürfen wir vom "pre-boarding" profitieren. dutzende, vorallem ältere leute stehen schon vor dem eingang. ein phänomen, welches wir immer wieder antrefen. obwohl die plätze ja nummeriert sind, scheint es leute zu geben, die angst haben, man würde sie nicht mitnehmen ...

mit etwa zwanzig minuten verspätung heben wir ab. wir starten richtung westen, also direkt ins meer hinaus. dann macht das flugzeug eine linkskurve, wir haben einen herrlichen ausblick auf den südlichen teil von los angeles und die endlosen sandstrände. bald schweben wir zwischen los angeles und san diego. vor wenigen stunden waren wir noch zweitausend meter tiefer und mit lediglich siebzig meilen pro stunde (113 km/h) unterwegs. aus der vogelperspektive ist amerika halt immer noch ein sandhaufen ... während wir nordostwärts ziehen, geht die sonne langsam im pazifik unter. es wird ein köstliches nachtessen serviert, dann werden die leute am fenster aufgefordert, die läden zu schliessen. während susanne und die kinder versuchen etwas zu schlafen, schaue ich den film "dear fellow americans" mit jack nicolson. daniel schläft bald ein, doch katrin findet einfach den schlaf nicht. so sitzt sie halt auf meinen knien und vertreibt sich so die zeit. ungewohnt rasch wird es morgen, es ist jetzt freitag der zweite mai. gegen die sonne zu fliegen ist einfach verkehrt, ein langer tag kommt meiner natur viel eher entgegen.

wir fliegen eine etwas ungewohnte route. über frankfurt und den bodensee gelangen wir "von hinten" nach zürich. mit drei minuten vorsprung auf den flugplan landen wir in kloten. meine eltern holen uns ab und bringen uns nach hause. wir packen aus und gehen dann gegen achtzehn uhr zu bett. ein siebenundzwanzig stunden tag und neunzehn herrliche urlaubstage gehen zu ende ...


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usa97_0501.html / 10-jun-1997 (ra) / reto ambühler