freitag, 25. april 1997:

fahrt palm springs - escondido via carlsbad state beach


kurz nach acht uhr treibt uns die hitze aus dem bett. wir frühstücken im freien und machen uns anschliessend startbereit. über den highway 111 gelangen wir auf die interstate 10 und folgen dieser westwärts. es bläst wieder ein heftiger wind und die windgeneratoren drehen regelmässig. wieviel energie wird hier wohl produziert ? bestimmt könnte man hier noch einiges mehr herausholen. die windergeneratoren stand schon vor zehn jahren hier, als ich mit meinem arbeitskollegen und freund hermann müller durch dieses tal fuhr. wir besuchten 1987 gemeinsam das DECUS US symposium in anaheim. damals war es noch ein vergnügen, ein DEC-mitarbeiter zu sein. den grossen computerfirmen ging es gut, auslandreisen nach übersee waren nichts aussergewöhnliches ... heute dürfen die mitarbeiter selbst im eigenen land kaum mehr kurse besuchen. es hat sich viel geändert, in den letzten zehn jahren. ich schätze mich sehr glücklich, dass mein heutiger arbeitgeber in dieser beziehung (noch) etwas grosszügiger sein kann. während ich diesen gedanken nachhänge rollt unser motorhome mit 65 meilen pro stunde (105 km/h) über die autobahn. dank "cruise control" brauche ich nicht auf den tacho zu schauen, die füsse sind ebenfalls arbeitslos. auch der achtspurigen autobahn herrscht wenig verkehr. die fahrbahn ist allerdings - wie auf den meisten strassen - in einem ziemlich schlechten zustand. das motorhome schüttelt und klappert, musik zu hören ist fast unmöglich. für die kinder läuft eine globi-kassette. zum glück ist das fahrzeug mit vier lautsprechern ausgestattet, ich drehe die hinteren beiden voll auf, die vorderen schalte ich ab.
bei beaumont verlassen wir die interstate 10 und fahren über die strasse nummer 79 südwärts. diese strasse ist ganz neu und von bester qualität. wir überqueren einen hügelzug und donnern dann mit unserem monster auf der überholspur ins tal hinunter. bei hemet dreht die strasse wieder westwärts. wir befinden uns offensichtlich in einer landwirtschaftszone. hier werden vorallem citrusfrüchte angebaut. wegen einer umleitung können wir nicht wie geplant auf der strasse nummer 79 bleiben, sondern gelangen über den highway 215 auf die interstate 15. hier herrscht deutlich mehr verkehr. schon bald verlassen wir die interstate wieder und gelangen über die strasse nummer 76 bei oceanside zur atlantikküste. wir folgen der küstenstrasse higway nummer 1 südwärts. bei carlsbad hat es mehrere state beaches. kurz nach mittag erreichen wir die south carlsbad state beach, wo wir zu mittag essen. den nachmittag verbingen wir am strand. entlang der küste hat es eine herrliche sanddüne, entlang der wasserlinie hat es aber leider bloss steine. im wasser hat es dann wieder sand. das wasser hat eine angenehme temperatur und lädt zum schwimmen ein. daniel gefällt es zwar anfangs gar nicht, doch dann findet auch er spass an den grossen wellen.

kurz nach siebzehn uhr packen wir unsere sachen zusammen und fahren über den highway nummer 78 richtung escondido, wo wir unsere freunde besuchen wollen. die familie steeve haben wir auf unserer 15 monatigen hochzeitsreise kennengelernt. rolf und debbie steeve leben zusammen mit ihren kindern dustin (12 jahre) und kristen (10 jahre) in escondido. obwohl im radio von einem stau auf dem highway 78 berichtet wird, nehmen wir diese strasse. unseres wissens gibt es keinen anderen weg nach escondido. anfangs rollt der verkehr flüssig, doch dann müssen wir brüsk bremsen - zum glück hat das motorhome ABS - dann geht es nur noch im schritttempo vorwärts. ich wähle die linke spur, andere wechseln häufig, je nach dem wie der verkehr rollt. als die mittlere spur besonders langsam läuft, taucht plötzlich ein grauer toyota supra auf - genau so einer wie rolf fährt. bald sind wir auf gleicher höhe, tatsächlich, es ist rolf ! ich tippe die hupe kurz an, erstaunt schaut rolf hoch. susanne winkt ihm zu, er erkennt sie sofort und winkt zurück. dann wird der abstand zum supra immer grösser, bald kann ich ihn auch im rückspiegel nicht mehr sehen. eine halbe stunde später passieren wir die unfallstelle. ein lastwagen mit anhänger musste wegen einem einfahrenden personenwagen heftig bremsen, dabei kippt der anhänger auf die seite und blockierte zwei der drei fahrstreifen. nun geht es wieder flüssig weiter. die erlaubte höchstgeschwindigkeit beträgt hier 70 meilen pro stunde (113 km/h), doch selbst mit 75 mi/h (121 km/h) bin ich einer der langsameren fahrer. wenige minuten später sind wir in escondido. dies ist unser fünfter besuch, trotzdem haben wir anfangs etwas mühe, uns zu orientieren. im stadtzentrum tauchen plötzlich vertraute strassennamen auf, jetzt fühlen wir uns schon fast zuhause. in einem uns bekannten geschäft gehen wir einkaufen, dann gelangen wir über die "el norte" zum wunderschönen haus der familie steeve. rolf, debbie, die kinder und rolf's eltern stehen alle vor dem haus und warten auf uns. ist das ein wiedersehen ! wir umarmen uns, die freude ist unbeschreiblich. rolf hatte erzählt, dass wir uns bereits auf auf der autobahn gesehen hatten und erwartete, dass wir vor ihm da wären. schon bald ist der grill eingefeuert, es gibt herrliche steaks, bratkartoffeln und salat. das motorhome dürfen wir in ihrem "back yard" parkieren. wir richten uns ein, bringen die kinder zu bett und plaudern dann bis weit nach mitternacht. dabei zeigt mir rolf seine neuste errungenschaft, ein Pentium 200 MHz mit 64 MB RAM, 3.8 GB harddisk, soundsystem, Windows 95 und Office 97 für USD 2600, nicht übel ...


| vorangehender tag | zum tagebuch | nächster tag |


usa97_0425.html / 10-jun-1997 (ra) / reto ambühler