donnerstag, 24. april 1997:

palm springs, besuch "the living desert"


um acht uhr treibt uns die hitze aus den bettern. zwar windet es immer noch heftig, aber heiss ist es trotzdem, besonders in unserem bett über der führerkabine. wir frühstücken im schatten der hecke, welche unseren stellplatz vom nachbarn abtrennt. kurz nach zehn uhr machen wir uns auf den weg nach palm desert, wo wir den wild- und botanischen park "the living desert" besuchen. kaum sind wir im park, macht uns eine dame freundlich darauf aufmerksam, dass soeben im amphitheater eine vorstellung begonnen hätte. wir suchen uns ein plätzchen am schatten und verfolgen aufmerksam die erläuterungen der sprecherin. diese vorführung sei bestandteil des trainings, erklärt sie. die tiere müssten von anfang an an das publikum gewöhnt werden. zuerst versucht sie zusammen mit einer kollegin fünfzehn ratten dazu zu bringen, über den lattenzaum am rand der bühne zu marschieren. einige der tiere drehen aber immer wieder um, so dass sie den versuch nach etwa zehn tieren abbricht. anschliessend führen sie ein kranich-weibchen vor, welches in gefangenschaft aufgewachsen ist und die gesellschaft von menschen selbst einem kranich-männchen vorzieht. dann werden zuerst ein wunderschöner serval und anschliessend eine einheimische wildkatze auf die bühne gebracht. zum abschluss spaziert ein stachelschwein über die bühne. damit geht die vorstellung zu ende. wir folgen nun dem parkweg, der uns als erstes zu den "bighorn sheep" führt. der weg führt durch herrliche kakteen und andere wüstenpflanzen. die sonne brennt am wolkenlosen himmel, susanne machen die hohen temperaturen schon bald zu schaffen. etwas abkühlungen bringt der besuch eines gebäudes, wo nachtaktive tiere gezeigt werden. unter anderem sehen wir dort eine tarantell, eine fledermaus und verschiedene nagetiere. wieder im freien treffen wir auf einen "mountain lion", der faul hinter einem fenster am boden liegt. es gibt aber auch zahlreiche vögel zu bewundern, welche in der wüste ums überleben kämpfen. wir treffen auf verschiedene arten von eulen, falken und natürlich auf den könig der lüfte, den "golden eagle". nun führt uns der pfad zum "coyote canyon". die beiden koyoten liegen schlapp in der sonne. sie sind so gut getarnt, dass man sie kaum ausmachen kann. besonders gespannt sind wir auf die schildkröten, welche ebenfalls in der wüste vorkommen sollen. im joshua tree national park haben wir bereits davon gelesen, hier können wir sie nun endlich sehen. sie unterscheiden sich jedoch - zumindest für uns - kaum von anderen schildkröten. sie sind vielleicht etwa zwanzig zentimeter gross und sehen so aus, wie die schildkröten daheim in der tierhandlung. obwohl wir erst etwa die hälfte des parks gesehen haben, sind wir schon ziemlich erschöpft. vorallem die beiden frauen haben ziemlich genug. die andere hälfte des tierparks beherbergt sowieso tiere aus afrika, welche wir auch bei uns sehen können. der park ist sehr schön angelegt, allerdings sind die käfige für die tiere erstaunlich klein, wenn man bedenkt, wieviel platz eigentlich zur verfügung steht.

nach einem kleinen imbiss im "meerkat cafe" fahren wir zum campingplatz in palm springs zurück. wir verbringen den nachmittag im und am schwimmingpool. gegen abend essen wir im freien das abendessen, wobei plötzlich wieder ein böiger wind aufkommt. nachdem die kinder eingeschlafen sind, geniessen wir nochmals das sprudel- und das schwimmbad. kurz nach dreiundzwanzig uhr rufe ich meinen partner thomas müller an, um zu erfahren, wie es daheim geht und ihm mitzuteilen, dass wir uns blendend fühlen. gegen mitternacht gehen wir zu bett.


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usa97_0424.html / 10-jun-1997 (ra) / reto ambühler