mi, 23. april 1997:

fahrt joshua tree national park - palm springs


wir spüren deutlich, dass wir jetzt weniger hoch sind, die hitze am morgen ist schon fast unerträglich. im schatten unseres motorhomes frühstücken wir. über den "cottonwood pass" fahren wir südwärts. schon bald erreichen wir die parkgrenze und wenig später die interstate 10. auf dieser fahren wir westwärts. es herrscht reger verkehr, vorallem sind viele "trucks" (grosse lastwagen) unterwegs. es bläst ein kräftiger gegenwind, der zunehmend stärker wird. es wird immer schwieriger, das motorhome in der spur zu halten. unser fahrzeug ist etwa drei meter hoch und bietet dem wind eine grosse angriffsfläche. dieser ist inzwischen in einen heftigen sandsturm übergegangen. das motorhome kann die geschwindigkeit von 65 meilen pro stunde (105 km/h) nicht mehr halten, die tachonadel fällt bis auf 55 meilen (89 km/h) zurück. mehr schafft der wagen einfach nicht. trotz servolenkung ist es der reinste kraftakt, unser motorhome auf der strasse zu halten. besonders heimtückisch sind die brücken, weil man dort vorübergehend windgeschützt ist. sobald man aus dem windschatten herauskommt, ist es, als ob eine riesenfaust den wagen packt. gerade als wir eine steigerung nicht mehr für möglich halten, steht am strassenrand eine tafel mit der aufschrift "sandstorm ahead". vor uns steht eine braune wand, die aussieht wie schmutziger nebel. der sturm legt nocheinmal kräftig zu, sandkörner prasseln gegen die scheiben, die fahrbahn ist mit einer gefährlichen sandschicht bedeckt. ich reduziere die geschwindigkeit auf etwa 45 meilen pro stunde (72 km/h). die trucks donnern mit unverminderter geschwindigkeit an uns vorbei. als wir die schmalste stelle des tales hinter uns haben, lässt der sandsturm nach. das motorhome schafft nun wieder die signalisierte höchstgeschwindigkeit von 65 meilen pro stunde (105 km/h).

eigentlich müssten wir längst auf der höhe von "palm springs" sein, doch wir haben keine entsprechende ausfahrt gesehen. als wir "cabazon" erreichen, wird uns klar, dass wir die ausfahrt verpasst haben. bei der nächsten gelegenheit verlassen wir die interstate 10, um auf der anderen seite in gegenrichtung wieder einzufahren. schon bei der nächsten ausfahrt ist der gesuchte highway 111 angeschrieben. es ist offensichtlich nicht vorgesehen, dass man an dieser stelle als westwärtsfahrender nach "palm springs" will, denn es hat ganz einfach keine ausfahrt. offensichtlich hätten wir bei "indio" schon den highway 111 wählen sollen. wenig später erreichen wir "palm springs". im campingführer haben wir einen campground mit schwimmbad gesehen, da wollen wir hin. in der hauptsaison - also im winter - sind auf diesem platz keine kinder erlaubt, aber jetzt sind sie geduldet. "if they are well behaved", meint der platzwart. natürlich sind unsere kinder vorbildlich erzogen !

bevor wir uns installieren fahren wir in die stadt. wir essen eine kleinigkeit und kaufen lebensmittel ein. es herrscht eine unerträgliche hitze, deshalb fahren wir zum campingplatz zurück und stürzen uns in den pool. die lufttemperatur beträgt 100 fahrenheit (38 C) im schatten. das wasser ist aber nicht viel weniger warm. daniel verbringt den ganzen nachmittag im pool. hineinspringen, tauchen, schwimmen (immer noch "hundeschwumm") - eben "well behaved". das schon etwas ältere, braungebrannte paar, das mit kaffee und bier ausgerüstet in der ecke des pools sitz, sieht das vielleicht etwas anders ... doch wir erhalten bald unterstützung. zwei weitere schweizerfamilien erstürmen den pool, so dass sich schliesslich sieben schweizer und ein amerikaner im schwimmbad befinden. gegen abend sieht daniel kaum mehr aus seinen augen, das chemiereicher wasser fordert seinen tribut.

wir duschen und geniessen das abendessen im freien. nachdem die kinder im bett sind, ziehen wir nocheinmal die badehose an. ich geniesse zuerst die "hot tub" (sprudelbad) und anschliessend das schwimmbecken. susanne darf leider nicht in die "hot tub". anschliessend gehenauch wir uns duschen, trinken noch etwas und schlüpfen dann in bett.


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usa97_0423.html / 10-jun-1997 (ra) / reto ambühler