di, 15. april 1997:

fahrt morro bay state park - refugio state beach


an diesem tag folgen wir der pazifikküste südwärts. heute befahren wir diese küstenstrasse zum dritten mal. 1990 sind wir von san diego bis alaska gefahren, 1995 von los angeles bis zur grenze von oregon, jetzt ist der abschnitt, den wir befahren, noch kürzer, dafür zum ersten mal in südlicher richtung. allerdings ist der teil zwischen morro bay und los angeles eher untypisch, denn hier folgt die strasse kaum unmittelbar der küste. nördlich von morro bay trennen einem meistens nur einige meter vom wasser und die gegend ist oft kaum besiedelt. hier verläuft der highway meistens etwas im landesinnern und es hat zahlreiche dörfer und kleinere städte. auch sind hier highway 101" und "U.S. highway 1" - letzterer bezeichnet die berühmte küstenstrasse - die selbe strasse, während weiter nördlich der "highway 101" als vierspurige autobahn im landesinnern verläuft und die "US #1" als zweispurige, manchmal sehr kurvenreiche strasse wirklich unmittelbar der küste folgt.

die fahrt verläuft ruhig und problemlos. wir hören zum hundersten mal "globi bei der rega", dafür sind die kinder brav. gegen mittag erreichen wir bereits unser tagesziel, die refugio state beach. auf unserer reise im herbst 1995 hatten wir meistens bedeutend längere tagesetappen geplant, was oft zu reibereien mit daniel geführt hatte. wir haben diesmal deshalb bewusst kürzere etappen geplant, ein konzept, dass sich hervorragend bewährte. an der refugio state beach wurden vor vielen jahren zahlreiche palmen gepflanzt, was dem strand etwas südsee-atmosphäre verleiht. hoch über dem campingplatz führt die küstenstrasse vorbei. zwischen dem campground und der strasse hat es eine mächtige eisenbahnbrücke. das war zwar im reiseführer genau so beschrieben, wir nehmen dies aber trotzdem mit einiger besorgnis zur kenntnis, denn die amerikanischen eisenbahnen können sehr laut sein. es zeigt sich aber im verlaufe des tages, dass hier bloss personen- und keine der von uns so gefürchteten güterzüge verkehren. letztere sind nämlich unheimlich laut, endlos lang und verkehren mit vorlieben zwischen mitternacht und morgengrauen. gelegentlich fährt ein "amtrak" vorbei. auf der karte sehen wir, dass die eisenbahn auch südlich von morro bay unmittelbar der küste folgt. wir überlegen uns, dass eine fahrt mit diesem zug auch ein ganz besonderes erlebnis sein müsste ...

wir richten uns auf dem campingplatz ein und essen zu mittag. danach gehen wir zum strand. ein schmaler weg führt um die bucht herum. wir folgen diesem bis zu einer kleinen landzunge. hier liegen grosse steine im sand, auf denen man herrlich herumklettern kann. die kinder ziehen die hosen aus und wagen sie bis zu den knöcheln ins wasser. in der bucht tummeln sich einige wellenreiter und ein älterer herr mit einem kajak.

als sich die sonne dem horizont nähert und wieder nebel aufzieht, kehren wir zum camper zurück. susanne kocht das abendessen, das wir im freien verzehren. es ist schon sehr angenehm, dass es praktisch auf jedem campingplatz in den USA auf jeder parzelle einen grossen holztisch hat. oft gehört auch ein grill dazu. nach dem essen befreien wir die kinder unter der dusche vom sand. leider hat es im WC haus kein licht, so dass wir uns im dunkeln duschen müssen. anschliessend bringen wir die kinder zu bett. sie schlafen im hinteren teil des motorhomes, welchen man mit einem vorhang abtrennen kann. hier können sie nicht aus dem bett fallen, denn es hat rundherum wände, mit ausnahme eines knapp einen meter breiten einstieges. wir sitzen etwa in der mitte des wagens am tisch und plaudern noch ein wenig.


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usa97_0415.html / 10-jun-1997 (ra) / reto ambühler