mo, 14. april 1997:

morro bay state park


heute machen wir uns einen gemütlichen tag. wir liegen bis gegen neun uhr im bett, anschliessend frühstücken wir im freien. weil ich gerne meinen notebook benützen möchte, den stromgenerator aber nicht laufen lassen will, erkundigen wir uns bei der rangerin am eingang nach einem platz mit stromanschluss. sie meint, ein einziger sei frei, wir könnten ihn anschauen und wenn er uns gefällt, dorthin umziehen. der platz passt uns, wir ziehen um. allerdings erst am abend, jetzt fahren wir zuerst in die stadt. bei einer bank machen wir einen sogenannten "cash advance", das heisst, wir beziehen mit unserer kreditkarte bargeld. dieses verfahren haben wir auf unserer hochzeitsreise kennen gelernt. wir haben es uns zur gewohnheit gemacht, jeweils vierhundert dollars zu beziehen. da wir so oft wie möglich mit kreditkarte bezahlen, reicht dies üblicherweise recht lange. ein "cash advance" kostet zwar etwa zehn franken spesen, dafür müssen wir nicht zu viel bargeld mit uns herumtragen. nachdem wir nun wieder mit dollars versorgt sind, gehen wir in einem supermarkt einkaufen.

den nachmittag verbringen wir am strand. zuerst essen wir etwas, dann dürfen die kinder im sand spielen. was für ein paradies im vergleich zu dem mickrigen, drei mal drei meter grossen sandhäufchen daheim ! der sandstrand ist einige hundert meter breit und erstreckt sich von horizont zu horizont. zwischen dem parkplatz und dem sandstrand hat es einen pflanzengürtel. die blätter sind dick und fleischig, dazwischen leuchten gelbe und violette blumen. im wasser draussen ragt der mächtige morro rock in den himmel, beziehungsweise in den nebel. dieser markante fels ist ein mächtiger lavaklotz, das wahrzeichen von morro bay. während katrin mit engelsgeduld ihre kübelchen mit sand füllt und wieder ausleert, liege ich daneben im sand und döse. daniel und susanne spazieren unterdessen dem strand entlang. wegen dem nebel entschwinden sie bald unseren blicken. etwa eine stunde später kehren sie mit etwa einem dutzend "sand dollars" zurück. es sind dies eine art leere muscheln, aber ganz flach und scheibenförmig. auf der unterseite hat es ein loch, da hat wohl das tier darin gelebt. die oberfläche trägt ein muster fast wie ein blatt oder eine schneeflocke. schön regelmässig und doch immer wieder anders.

gegen abend kehren wir zum campingplatz zurück. ich möchte etwas am compi arbeiten, muss aber feststellen, dass die steckdose nicht funktioniert. ich melde es bei der rangerstation und mit einem kritischen blick auf die uhr meint die dame, sie werde es dem service melden. da es aber schon bald achtzehn uhr ist, gehe ich davon aus, dass heute niemand mehr erscheinen wird. so ist es denn auch.

susanne bereitet das nachtessen zu, gegen zwanzig uhr bringen wir die kinder zu bett. wir plaudern noch eine weile, dann steigen auch wir in unser bett über der führerkabine.


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usa97_0414.html / 10-jun-1997 (ra) / reto ambühler