sa, 12. april 1997:

flug san francisco - los angeles, motorhome abholen, fahrt nach clastaic lake


um sieben uhr weckt uns meine elektronische agenda. wir frühstücken im restaurant, anschliessend lassen wir uns vom "shuttle" des travelodge zum flughafen bringen. wir geben unser gepäck auf, dann rufen wir bei el monte an, wo wir heute unser motohome abholen wollen. es glingt mir aber nicht, der person am telefon klar zu machen, dass wir jetzt in san francisco sind, den wagen aber heute nachmittag in los angeles abholen wollen. nach längerer diskussion sagt man uns, wir sollen später nochmals anrufen. nun spazieren wir zu unseren "gate". die boeing 737 der united airlanes steht schon bereit. der "shuttle" ist wieder bis auf den letzten platz ausgebucht. da wir mit kinder reisen, dürfen wir zuerst einsteigen. schon beim hinflug ist uns aufgefallen, dass einige passagiere sehr viel handgepäck bei sich haben. ob hier die regel "ein handgepäck pro person" wohl nicht gilt ? dabei haben diese passagiere eine ganz besondere taktik entwickelt: beim einsteigen öffnen sie bei den ersten reihen die gepäckfächer über den sitzen und verstauen dort ihre gepäckstücke. dann setzen sie sich in ihren sitz weiter hinten. wenn dann zum schluss die passagiere in den vorderen reihen einsteigen, so sind alle gepäckfächer belegt und sie können schauen, wo sie mit ihrem handgepäck bleiben. mir scheint, die stewardessen dürften hier etwas rigoroser durchgreifen , ich finden diese unsitte höchst rücksichtslos.

um 09:40 uhr sollten wir starten. wir werden zwar pünktlich vom gate weggestossen, doch dann meldet der pilot, unser start würde sich wegen überlastung des flughafens in los angeles etwas verzögern. mit einer viertelstunde verspätung heben wir ab. auch wenn wir nur einen einzigen fensterplatz haben, so können wir doch alle einen blick auf die skyline von san francisco werfen. unter uns glitzert die san francisco bay in der morgensonne. weil wir wegen dem "traffic jam" in der luft nicht zu früh in los angeles eintreffen dürfen, fliegt unser pilot im zickzack kurs und sehr gemütlich südwärts. immer wieder können wir unter uns die coast ranges erkennen. manchmal sehen wir die pazifikküste, dann wieder hält das flugzeug kurs richtung denver. während sich die business leute über die langsame gangart ärgern, geniessen wir die herrliche aussicht. endlich gibt's einmal etwas zu sehen für's geld ! mit einiger verspätung treffen wir in los angeles ein. der anflug gestaltet sich ziemlich spektakulär. weil der los angeles international airport über mehrere parallel verlaufende pisten verfügt, schwebt neben uns ebenfalls eine maschine richtung boden. das flugzeug befindet sich etwas vor uns und fliegt bedeutend tiefer. gespannt beobachten wir, wie es landet. wenig später setzen auch wir auf der piste auf. auf dem weg zum gate müssen wir uns nochmals mit geduld wappnen, wir bleiben ziemlich lange auf dem rollweg stehen. endlich sind wir angedockt und dürfen aussteigen.

wir holen unser gepäck und rufen dann nochmals bei el monte an. diesmal verstehen wir uns besser, man sagt uns, wo wir auf den "shuttle" warten sollen. schon bald trifft der kleinbus ein. die fahrt zum camper-verleih dauert weniger als eine stunde. dort warten schon einige familien. heute können wir süss lächeln, denn für die wartenden geht heute der urlaub zu ende, sie warten auf den transfer zum flughafen, während wir noch den ganzen urlaub vor uns haben. in drei wochen können sich dann die andern freuen ...
alle kunden stammen aus dem deutschsprachigen europa und auch einige der angestellten sind deutschsprachig. dies ist eine der stärken von el monte. die erläuterungen rund um ein motorhome sind doch recht umfangreich und es werden einige fachausdrücke verwendet. wer da mit englisch mühe hat ist froh, in seiner muttersprache eingeführt zu werden. während meine familie im freien wartet, fülle ich die zahlreichen formulare aus. da wir bereits zum dritten mal bei el monte mieten, können wir uns die einführung sparen. für neu-kunden gibt es einen etwa dreissig minütigen video, anschliessend werden alle apparate ausführlich erklärt. zusammen mit einem angestellen inspiziere ich das fahrzeug auf allfällige schäden, dann dürfen wir den "fünfundzwanzigfüssler" (7.62 m) beziehen. da es erst kurz nach mittag ist, entschliessen wir uns, die kleider gerade hier in die schränke zu verstauen. auch das geschirr räumen wir ordentlich ein, bis alles an seinem platz ist. bereits das herausfahren aus dem parkplatz wird zur ersten herausforderung, denn unser motorhome steht ziemlich eingeklemmt zwischen anderen fahrzeugen. doch mit hilfe von susanne schaffe ich das problemlos und ohne schaden anzurichten.

im nahen einkaufszentrum gehen wir lebensmittel einkaufen, anschliessend stärken wir uns in einem restaurant. unser erstes ziel wird morro bay sein, doch soweit wollen wir heute nicht mehr fahren. vom stadtbezirk el monte folgen wir der interstate 10 westwärts, bis wir auf die interstate 5 treffen. dieser folgen wir nordwärts und lassen so los angeles bald hinter uns. ich habe das glück, dass ich mich in jedem fahrzeug nach spätestens zehn minuten "zu hause" fühle. so kann ich auch mit unserem motorhome trotz regem verkehr bald entspannt über den highway rollen. als wir die santa susana mountains erreichen steigt die strasse steil an. für unser kräftig motorisiertes motorhome ist dies aber kein problem.

gegen siebzehn uhr erreichen wir castaic, unser heutiges tagesziel. am castaic lake hat es einen primitiven, aber sehr schön gelegenen campingplatz. auf dem künstlichen see schaukeln einige boote in der abendsonne und es bläst ein frischer wind. wir parkieren unser motorhome und geniessen das abendessen im freien. als es dunkel wird beginnt gegenüber von unserem platz ein mittleres familienfest. eines der autos ist immer in bewegung oder zumindest läuft der motor, was uns etwas nervt. später wird dann auch noch die heckklappe an einem wagen hochgemacht und laut musik gespielt. dies haben wir auf einem amerikanischen campingplatz eigentlich noch nie erlebt, dass sind ja verhältnisse wie in italien oder südfrankreich. gerade als wir uns überlegen, ob wir uns einen ruhigeren platz suchen sollen, taucht ein sheriff auf. als die leute das polizeiauto erblicken, wird die musik rasch leiser gedreht. der sheriff hat es aber gehört, stoppt bei den leuten und spricht mit ihnen. dass wir doch in den USA und nicht in europa sind, können wir daran erkennen, dass die musik aus bleibt, auch als der sheriff wieder verschwunden ist ... so kommen wir doch noch zu unserer wohlverdienten nachtruhe.


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usa97_0412.html / 10-jun-1997 (ra) / reto ambühler