freitag, 4. april 1997:

fahrt san francisco - santa clara, ausflug nach santa cruz


daniel erwacht nachts um zwei uhr. da er seit gestern nachmittag um drei uhr geschlafen hat, ist er nun top fit. auch katrin erwacht wenig später und will nicht mehr schlafen. bis gegen vier uhr können wir die kinder noch im bett behalten, dann geht es nicht mehr. zudem hat daniel hunger, denn er hat schon lange nichts mehr gegessen. auch ich kann nicht mehr schlafen und gehe deshalb mit den kindern ins restaurant. susanne hat bis jetzt kaum geschlafen und bleibt im bett. man kann sich darüber streiten, ob es eine gute idee ist, restaurants und läden rund um die uhr offen zu haben, aber es gibt immer wieder situationen im leben, wo man darüber froh ist. in einer solchen befinden wir uns jetzt. der kellner staunt schon etwas, als ich zusammen mit meinen kindern im morgengrauen im restaurant auftauche. ich erkläre ihm, dass wir gestern von europa angereist seien und dass daheim schon nachmittag sei, aber ich bin mir nicht sicher, ob er das begriffen hat. wir frühstücken und schlagen uns die zeit mit zeichnen um die ohren. gerade als wir ins zimmer zurückgehen wollen, taucht susanne auf. nachdem auch sie gefrühstück hat, verstauen wir unser gepäck im mietwagen - ein chevrolet corsica - und machen uns auf den weg nach santa clara.

auf dem highway 101 hat es kaum ein auto. gegen acht uhr sind wir beim west-in hotel, wo wir die kommende woche verbringen werden. das konferenzzentrum ist gerade daneben, genau wie ich mir das vorgestellt habe. auf der fahrt sind die kinder eingeschlafen, wir bringen sie und das gepäck ins hotelzimmer. kaum sind wir oben, erwachen sie. aus dem siebten stock haben wir eine tolle aussicht auf die stadt und den hügelzug, welcher zwischen uns und dem pazifik liegt. auf der achtspurigen strasse ist es jetzt etwas belebter, es rollen immer wieder riesige laster vorbei. während wir auspacken, schauen die kinder fasziniert aus dem fenster.

nachdem wir uns im hotel eingerichtet haben, fahren wir über den highway 17 zur pazifikküste. wir besuchen die natural bridges state beach etwas nördlich von santa cruz. im visitor center hat es zahlreiche ausgestopfte tiere und einige holzkästchen mit gegenständen drin, die man ohne anzuschauen berühren soll, um herauszufinden, was es sein könnte. obwohl daniel meistens eher ängstlich ist, greift er mutig hinein und erkennt auch, was sich darin befindet. unter anderem hat es einen seestern, der sich wie ein rauher stein anfühlt. unten am sandstrand hat es mehrere schulklassen. sie spielen mit einem grossen schlauch, der wohl aus einem reifen eines lastwagens stammt. die klasse muss sich in einem abstand von vielleicht fünf meter um den schlauch aufstellen, dann werden zwei spieler bestimmt. auf "los" stürzen sich die beiden auf den schlauch und versuchen, ihn auf seine seite zu ziehen. später wird die ganze klasse in zwei gruppen geteilt und die beiden parteien versuchen den schlauch auf ihre seite zu zerren. das ganze ist sehr lustig anzusehen und wird von einem riesen geschrei begleitet.
etwa fünfzig meter vom ufer entfernt steht die "natural bridge" im wasser. im riesigen fels hat das meer ein grosses loch herausgespühlt. wir setzen uns in der nähe der "bridge" ans ufer und geniessen unser mittagessen aus dem rucksack. ein kleiner see wird durch eine sandbank vom offenen pazifik abgetrennt. dort ist das wasser ruhig und nicht so kalt. zahlreiche kinder spielen darin. auch daniel und katrin wagen sich ins wasser. in der mitte des seeleins liegt ein baumstamm. daniel watet zu diesem hin und klettert hinauf. katrin will ihm sofort folgen, doch das wasser ist zu tief für sie.

gegen mittag machen wir uns auf den weg nach santa cruz. an der küste hat es einen vergnügungspark mit riesenrad, achterbahn und verschiedenen anderen attraktionen. wir spazieren durch den park und kaufen uns etwas zu essen. am herrlichen sandstrand verschlingen die kinder eine tüte pommes frites, susanne und ich essen einen salat. auf dem rückweg gibt es ein eis zur nachspeise.

etwas weiter nördlich liegt das año nuevo state reserve, dort soll es seeelefanten haben. wir nehmen deshalb die wunderschöne küstenstrasse "highway #1" unter die räder. um 16:03 uhr sind wir am parkeingang. freundlich lächelnd erklärt uns der parkrancher, dass man nur bis 16:00 uhr einlass erhält, weil man etwa zehn minuten bis zur bucht mit den seeelefanten laufen muss und der park bei sonnenuntergang schliesst. erst glaube ich an einen scherz, doch der ranger meint es ernst. etwas enttäuscht machen wir uns auf den rückweg. da kommen wir "all the way from europe" und dürfen dann wegen drei minuten ein für uns vielleicht einmaliges naturschauspiel nicht geniessen. auf der suche nach dem henry cowell redwoods state park in der nähe von felton geraten wir auf sehr schöne nebenstrassen. eine kurvenreiche landstrasse führt uns durch herrliche wälder und über einen steilen hügelzug. weil es schon bald abend wird und wir schon früh aufgestanden sind, brechen wir zwar die suche nach dem park ab, aber die fahrt ist trotzdem sehr schön. ganz in der nähe unseres hotel gehen wir nachtessen. kurz nach zwanzig uhr sind wir alle im bett.


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usa97_0404.html / 10-jun-1997 (ra) / reto ambühler