donnerstag, 3. april 1997:

flug zürich - los angeles - san francisco


wir erwachen kurz nach sechs uhr. eine stunde später sind wir startbereit. das gepäck haben wir bereits am vorabend zum flughafen gebracht, dennoch sind wir ordentlich beladen: beide kinder tragen einen kleinen rucksack, ich einen etwas grösseren, dazu kommen die fototasche, susannes necessaire, mein notebook und der buggy für unsere tocher. um 07:40 uhr besteigen wir das postauto in hittnau, eine halbe stunde später in pfäffikon den zug zum flughafen kloten. beim einchecken müssen wir einmal mehr feststellen, dass die reservierung der sitzplätze nicht geklappt hat. schliesslich macht uns die dame am schalter aber ein gutes angebot: in der 33sten reihe erhalten wir zwei sitze am fenster und in der mittelreihe die beiden am gang. weil die mittleren beiden nicht belegt sind, haben wir so insgesamt sechs sitze zu unserer verfügung.

bei der sicherheitskontrolle fragte die beamtin meine frau, ob sie eine bauchtasche tragen würde. "nein, ich bin schwanger", antwortet susanne. dies ist der dame hochpeinlich, während sie sich in aller form entschuldigt, müssen wir alle lauthals lachen. das mit der "bauchtasche" muss susanne noch öfters hören in diesem urlaub ...
die MD-11 der swissair rollt mit nur wenigen minuten verspätung auf das rollfeld und schon bald sind wir in der luft. unsere flugroute verläuft heute aussergewöhnlich weit südlich. wir überfliegen erst paris, dann die kanal inseln und wenig später landsend, den westlichsten punkt von england. dort waren susanne und ich auch schon - vor vielen jahren, als wir noch nicht verheiratet und mit PW und zelt unterwegs waren ... auf grund des südlichen kurses überfliegen wir werder "unser" geliebtes island noch grönland. das eismeer liegt unter einer dichten wolkendecke, erst über kanada sehen wir wieder land. hier herrscht noch immer tiefer winter, die flüsse sind zugefroren, die weiten ebenen leuchten strahlend weiss. selbst in der gegend von salt lake city liegt noch immer schnee. als wir las vegas erreichen, beherrschen dann wieder die typischen grau- und brauntöne das landschaftsbild. ich erinnere mich an meinen ersten eindruck von nordamerika, als ich 1987 nach los angeles flog: "aus der luft betrachtet ist amerika ein riesiger sandhaufen".

es ist unserem piloten nicht gelungen, die verspätung aufzuholen, wir landen kurz vor 13:00 uhr in los angeles. um 14:10 uhr geht unser weiterflug nach san francisco. es ist uns klar, dass es nun bei der einwanderungskontrolle schon sehr glatt laufen muss, wenn wir unser flugzeug noch erreichen wollen. was uns etwas beunruhigt ist die ausage der dame vom reisebüro trottomundo, welche gesagt hatte, dass wir die flüge zwischen los angeles und san francisco auf keinen fall umbuchen könnten. anfangs sieht es ganz gut aus. da wir mit zwei kindern anreisen, dürfen wir die lange warteschlange für ausländer verlassen und uns zu den amerikanern stellen. meine frau und ich haben ein unbeschränktes touristen-visum aus dem jahre 1989. die kinder sind wie üblich in unseren reisepässen vermerkt. wir haben für alle vier ein formular für touristen mit visa ausgefüllt. die dame am schalter meint, weil die kinder erst geboren wurden, nach dem die visa ausgestellt wurden, müssten wir für sie formulare für touristen ohne visum ausfüllen. sie wirft deshalb die formulare für daniel und katrin in den papierkorb und schickt uns zu einem schalter am ende der halle. susanne holt zusammen mit den kindern die koffer ab, ich gehe zu besagtem schalter. der beamte dort findet nun aber unser anliegen komisch und erkundigt sich bei seinem vorgesetzten. dieser befindet, dass wir auch für die kinder das formular für touristen mit visum ausfüllen sollten. so füllt der beamte nochmals genau die gleichen formulare aus, welche seine kollegin vorher in den kübel geschmissen hat. als er endlich fertig ist, müssen wir zu seinem vorgesetzten, um die weissen formulare in unsere pässe heften zu lassen. inzwischen ist es bereits 13:40 und wir wissen noch nicht einmal, in welchem terminal unsere reise weitergeht. dazu müssen wir nun auch noch das gepäck selber schleppen, denn es ist zu spät, um es für die weiterreise schon hier aufzugeben. als ich dem beamten die pässe und formulare reiche, meint er: "ich sehe vier formulare, aber nur ein gesicht, wo sind die andern ?" ich erkläre ihm, dass meine frau und die kinder das gepäck abholen, aber er will sie alle sehen. den hinweis auf unseren weiterflug quittiert er mit der bemerkung: "je schneller sie ihre familie bringen, umso rascher kann ich sie abfertigen". also marschiere ich wieder quer durch die halle und trommle meine familie zusammen. als wir zum beamten zurückkommen, müssen wir uns natürlich nochmals hinten in der schlange anstellen. die uhr zeigt jetzt 13:50 uhr. endlich werden die vier zettel in meinen pass geheftet, jetzt geht es im eiltempo durch den zoll. auf dem weg zum bus finden wir heraus, zu welchem terminal wir müssen. nach wenigen minuten fährt ein "shuttle bus" vor. wir verfrachten die beiden kinder, drei koffer, einen schlafsack und das handgepäck im bus und steigen ebenfalls ein. drei stationen später heisst es wieder alles ausladen und in das terminal der united airlines stürmen. die uhren zeigen bereits 14:05, noch fünf minuten bis zum abflug ! vor den schaltern mit der aufschrift "shuttle" steht eine riesige menschenschlange, es besteht keine hoffnung, innert fünf minuten einzuchecken. als wir endlich an der reihe sind, zeigt die uhr an der wand 14:12. "you are a little late", meint die dame freundlich. wir erklären, dass wir verspätet angekommen sind. "kein problem", meint sie, "um 14:50 uhr geht der nächste shuttle nach san francisco, wir buchen sie einfach da hinein ...". da haben wir ja noch einmal glück gehabt. zudem sind die kinder trotz des langen tages sehr brav, so dass uns diese 45 minuten verspätung nichts ausmachen. auf dem flug nach san francisco schläft daniel ein und erwacht erst wieder am andern morgen um 02:00 uhr, als wir längst im hotel sind. in san francisco lassen wir uns vom "shuttle" des autoverleihs alamo zum parkplatz bringen und holen dort unseren mietwagen ab. um 18:00 uhr ortszeit sind wir im hotel "travelodge", wo wir erschöpft aber zufrieden unser zimmer beziehen. in der nahen tankstellen kaufen wir zwei sandwiches und etwas zu trinken - wir sind bereits voll eingelebt ...


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usa97_0403.html / 10-jun-1997 (ra) / reto ambühler