USA8990: 8. Monatsbericht (8.3. bis 31.3.1990)

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USA Flagge

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Atlanta, 31. März 1990

"Welcome to America !" Mit diesen Worten empfingen wir wie echte Amerikaner am 9. März um 10:30 Uhr Retos Eltern im Flughafen von "Miami". Der heftige Nordwind ermöglichte dem Flug "AA1291" aber nicht nur, eine halbe Stunde zu früh in "Florida" einzutreffen, sondern brachte auch graue Wolken und vereinzelte Regenschauer mit sich. Der "Sunshine State" zeigte sich also auch Retos Eltern erst einmal von seiner unfreundlichen Seite. Die Temperatur von zwanzig Grad war dennoch eine angenehme Abwechslung zur eisigen Kälte und zum Schnee von "New York", wo Mami und Papi die letzten drei Tage verbracht hatten.


Miami:

Wir verstauten sämtliches Gepäck in unserem Joker und fuhren zu viert zur Niederlassung der Firma "Go Vacations", wo wir für Retos Eltern den kleinsten Camper gemietet hatten, der in Amerika aufzutreiben war. Der Ford Van war ungefähr fünfzig Zentimeter länger als unser VW-Bus, mehr als 3.5 Meter hoch und wohl auch etwas breiter, als unser Joker. Dennoch zeigte sich bald, dass der Wagen bedeutend weniger raffiniert eingerichtet war, als unser Camper. Zwei Personen konnten kaum aneinander vorbeikommen und wenn erst einmal der Sofa zum Bett heruntergeklappt war, so konnte überhaupt niemand mehr im Wagen stehen. Dafür war Mami sehr erleichtert, als sie feststellte, dass es sich um einen Wagen mit automatischem Getriebe handelte, so konnte sie sich voll und ganz auf den Verkehr konzentrieren. Dies war auch nötig, denn die Strecke vom Büro der "Go Vacations" zum Campingplatz "Miami South" führte mitten durch das grösste Verkehrschaos von "Florida". Doch Mami steuerte das "Gampiross" - wie Retos Eltern den Mietwagen bald tauften, weil er ziemlich viel Spiel in der Lenkung hatte und manchmal nur mit Mühe auf der Fahrbahn gehalten werden konnte - mit Bravour ans Ziel. Den ersten Tag verbrachten wir mit Einräumen, Einkaufen, einem Bad im runden Schwimmbecken, einem gemütlichen Hock im Sprudelbad und einem echt amerikanischen Abendessen ...


Golfküste:

Am nächsten Tag setzten wir uns zu viert in unseren Joker und fuhren zum "Everglades National Park" im südwestlichen Zipfel von "Florida". Wir bewunderten die endlose Ebene dieser Sumpflandschaft, sahen Pelikane, Dutzende von anderen Vögeln und begegneten zum ersten Mal auf kurzen Fusswegen wildlebenden Alligatoren. Der Himmel war bewölkt, die Reptilien lagen oft im Schilf nahe dem Wasser und wärmten sich in den Sonnenstrahlen, die ab und zu durch die Wolkendecke drangen. Die Nacht verbrachten wir nochmals auf dem Campingplatz in "Miami". Am nächsten Tag setzte sich Papi ans Steuer des "Gampirosses", um hinter uns her zur Golfküste zu fahren. Doch schon bald wurde der Abstand zwischen unseren Wagen grösser und grösser. Als wir schliesslich stoppten, meinte Papi: "Mit diesem Göppel fahre ich keinen Meter weiter ...". Von diesem Moment an fuhr nur noch Mami mit dem "Gampiross"; sie hatte seine Zügel gut im Griff. Beim "Shark Valley" am Nordrand des "Everglades National Park" machten wir einen Halt. Eine 12 km lange Strasse führte südwärts zu einem Aussichtsturm. Auf dieser Strasse durfte man nur zu Fuss gehen, mit dem Fahrrad fahren oder mit einem sogenannten "Tram" mitfahren. Wir mieteten vier Fahrräder und nahmen bei strahlendem Sonnenschein den Weg unter die Räder. Schon nach den ersten hundert Metern standen einige Besucher am Wegrand und schauten in den direkt neben der Strasse liegenden Wassergraben hinunter. Ein riesiger Alligator lag regungslos in der Sonne. Das Klicken der Photoapparate beeindruckte ihn nicht im geringsten. So ging es dann bis zum Ende der Strasse. Immer wieder stoppten wir, bewunderten die Reptilien aller Grössen und machten nochmals und nochmals ein Photo. Die wenigen ausgewachsenen Tiere, die bestimmt gegen 4 Meter lang waren, beeindruckten uns natürlich am meisten. Oft lagen sie keine 2 Meter neben dem Weg, wenn man berücksichtigt, dass sich diese Tiere mit der Geschwindigkeit eines Pferdes bewegen können, war dies schon recht nahe. Beim Aussichtsturm tummelten sich Dutzende von Alligatoren in kleinen Tümpeln, daneben hatte es Schildkröten und eine Unmenge Vögel aller Arten, Grössen und Farben. Besonders faszinierte uns ein Kormoran, der im See nach Nahrung suchte. Der Vogel tauchte tief ins trübe Wasser, so dass man ihn während Minuten nicht sehen konnte. Plötzlich erschien er an einem ganz anderen Ort wieder. Schliesslich kehrten wir zu unseren Wagen zurück und fuhren bis "Naples" weiter, wo wir uns mit zwei Stellplätzen im "Overflow" (Ueberlauf) des Campingplatzes begnügen mussten. Der Sonnenbrand, denn Retos Eltern beim Velofahren erwischt hatten, begleitete sie noch bis zu ihrer Abreise ...

Weitläufiges Sumpfgebiet im Everglades NP
Sumpflandschaft der Everglades
Baumbewachsene Insel im Everglades NP
Insel
Wunderschöner Baum direkt am Wasser im Everglades NP
Baum direkt am Wasser
Junger Alligator im Everglades NP
Junger Alligator
Ausgewachsener Alligator im Everglades NP
Alligator
Alligator mit mächtigem Gebiss im Everglades NP
Alligator
Zwei Wasserschildkröten im Everglades NP
Wasserschildkröten
Kormoran im Everglades NP
Kormoran
Familie Ambühler auf Fahrräder unterwegs im Everglades NP
Radtour im Everglades NP

Am darauffolgenden Tag fuhren wir zum Strand, wo wir "sünnele und bädele" wollten. Doch dies erwies sich als gar nicht so einfach, denn auf der Insel "Marco" war der gesamte Strand in Privatbesitz und in der Stadt "Naples" waren wir nicht ganz die einzigen, die zum Strand wollten. Doch gegen Mittag fanden auch wir einen Parkplatz, der herrliche Sandstrand und das klare, warme Wasser des Golfs von Mexiko entschädigte uns voll und ganz für die Sucherei. Am Abend luden uns Retos Eltern zur Feier des Tages, Susanne hatte Geburtstag, zu einem Nachtessen ein. Auf dem Campingplatz erkundigten wir uns nach einem guten Lokal. Doch als wir dort ankamen, handelte es sich um ein Selbstbedienungsrestaurant der Marke "Fast Food". Dies wollten wir Susanne nicht antun. Schliesslich fanden wir eine etwas bessere Essgelegenheit, mehr war es aber leider nicht ...

Frühstück in Naples, Florida
Zum Wohl
Susanne mit Glattgutschein
Geburtstagskind
Strand an der Golfküste in Florida
Golfküste
Zwei Generation Ambühler
The Ambis

Am 12. März machten wir uns auf den Weg nach "Arcadia", wo wir einen schönen, ruhigen Campingplatz mit grossen, schattenspendenden Eichen fanden. "Florida" zeigte sich nun von seiner sonnigen Seite, die Temperaturen lagen tagsüber stets zwischen 25 und 30 Grad. Am darauffolgenden Tag unternahmen wir eine Kanufahrt. Wir mieteten zwei Kanus aus Aluminium und wurden von einem klapprigen Kleinbus etwa dreissig Kilometer flussaufwärts geführt. Einen ganzen Tag verbrachten wir bei strahlendem Wetter mutterseelen alleine auf dem "Peace River". Mami und Papi hatten zwar manchmal etwas Mühe, ihr Kanu auf einem gradlinigen Kurs zu halten, aber wir hatten alle vier einen Riesenspass und am Abend eine kräftig gerötete Haut ... Unterwegs entdeckten wir zu unserer Enttäuschung lediglich zwei kleine Alligatoren, dafür hatte es Schildkröten und Fischreiher. Wir genossen die herrliche Ruhe, nur zweimal begegneten uns andere Kanufahrer. Im Sommer wird es hier wohl etwas weniger ruhig zu und her gehen.

Eine Eule als nächtliche Besucherin auf dem Campingplatz
Eule

Am 14. März wollten wir ursprünglich nach "Orlando" weiterfahren, aber als wir auf dem Campingplatz zwei Plätze reservieren wollten, hiess es, bis Freitag sei gar nichts zu machen. So entschlossen wir uns spontan, nochmals zur Westküste zu fahren. Bei "Nokomis" fanden wir einen schönen Campingplatz mit zwei Parzellen im Schatten riesiger Pinien. Den nächsten Tag verbrachten wir am Strand, wo wir ausgiebig sonnen und baden konnten. Als wir etwas dem Ufer entlang spazierten, entdeckten wir Pelikane und Fischer, die beide auf Beute aus waren. Doch im Gegensatz zu den passiven Fischern, jagten die Pelikane ihre Opfer sehr aktiv. Sie schwebten erst knapp über der Wasseroberfläche dahin, stiegen dann etwa fünf Meter in die Höhe, um blitzartig kopfüber ins Wasser zu stürzen. Nicht selten zappelte danach ein Fisch in ihrem Schnabelsack. Diese Fischjagd war ein äusserts amüsantes Schauspiel. Plötzlich lenkten jedoch schwarze Flossen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie gehörten Delphinen, die sich unweit des Strandes tummelten. Ab und zu konnten wir ihre Körper kurz auftauchen sehen, doch bald entschwanden sie unseren Blicken wieder. Gegen Abend entfachten wir in einem Grill am Strand ein schönes Feuer und brateten Fleisch, Kartoffeln und Maiskolben. Dabei bestätigte sich, dass wir in Amerika die besten Essen erhielten, wenn wir selber kochten ...

Zwei Pelikane beobachten den Pier
Pelikane am Pier
Pelikan im Sturzflug
Pelikan im Sturzflug
Pelikan beim Eintauchen
Pelikan beim Fischen
  Zwei Delphine in Küstennähe
Delphine

Orlando:

Am Freitag fuhren wir dann gemeinsam nach "Kissimmee" bei "Orlando". In den folgenden Tagen hatten wir ein dicht gedrängtes Programm: dreimal "Walt Disney World", dazwischen der Wasservergnügungspark "Wet'n Wild" und zum Abschluss das "Sea World". Am ersten Tag unseres Aufenthaltes in "Kissimmee" wurden wir mit einem doppelstöckigen London-Bus pünktlich um neun Uhr vom Campingplatz zum "EPCOT Center" geführt. "EPCOT" steht für "Experimental Prototype Community Of Tomorrow" und soll ein Modell einer Stadt sein, wie sie in Zukunft aussehen könnte. Mit Ausstellungen, Filmen, Theatern und anderen Methoden wurden dem Besucher verschiedene Themen näher gebracht. Wir begannen mit einer Vorführung im Computerraum des "EPCOT Centers", wo mit verblüffenden, optischen Effekten die Geschichte und die Arbeitsweise der elektronischen Rechner dargestellt wurde. Im "Universe of Energy" ("Universum der Energie") wurde uns in einem rollenden Theater die Entstehung fossiler Brennstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle) erläutert. Dabei wurden wir auf einer fahrbaren Tribüne durch die Kulissen bewegt. Da das Theater von einer Erdölfirma gesponsort wurde, war nicht verwunderlich, dass die Vorstellung mit der Aussage endete, man müsse mit allen verfügbaren Mitteln nach weiteren Rohstoffvorkommen suchen. Die Möglichkeit des Sparens wurde nicht einmal erwähnt ... Im Pavillon "Wonders of Life" (Wunder des Lebens) wurden wir mit Hilfe eines Simmulators durch die Blutbahnen eines menschlichen Körpers gejagt. Hier musste die Vermittlung von Wissen zu Gunsten des Vergnügens stark in den Hintergrund treten. Damit hatten wir einen ersten Teil der zukünftgen Welt gesehen und spazierten zur Entspannung durch den "World Showcase", wo sich elf Nationen (Mexiko, Norwegen, China, Deutschland, Italien, USA, Japan, Marokko, Frankreich, England und Kanada) präsentierten. In Frankreich gingen wir Mittagessen, in Deutschland fanden wir Zuflucht vor einem heftigen Gewitter und in China sahen wir einen atemberaubenden Film über die Schönheit dieses riesigen Reiches. Danach kehrten wir in die Welt der Zukunft zurück, wo wir im Pavillon "The living Seas" (die lebenden Meere) auf eine imaginäre U-Boot-Fahrt mitgenommen wurden und dabei verschiedene Meeresbewohner bewundern konnten. Zum Abschluss besuchten wir das "Spaceship Earth" (Raumschiff Erde). In einer spektakulären Fahrt wurden wir durch die Entwicklung der Menschheit geführt und durften einen kleinen Blick in die Zukunft werfen, so wie sie sich die Amerikaner vorstellen.

Kugelförmige Halle im EPCOT-Center bei Nacht
EPCOT Center

Am nächsten Tag besuchten wir das "Magic Kingdom", das in etwa dem "Disneyland" von "Los Angeles" entspricht. Hier in "Florida" machte uns der Vergnügunspark allerdings einen gepflegteren Eindruck, denn überall blühten Blumen und der ganze Park wirkte grosszügiger. Doch die besten Bahnen fehlten hier leider. Dafür gab es zur Geburtstagsfeier von Reto ein köstliches Abendessen. Vielleicht wundert Ihr Euch, warum wir gerade über das Wochenende im "Disney World" waren. Wir hatten im Reiseführer gelesen, dass das Wochenende mit Abstand die beste Zeit sei, um die Parks zu besuchen. Unsere Erfahrung bestätigte diese Aussage voll und ganz. Am Samstag und Sonntag genügte ein oder zwei Busse, am Montag waren alle drei Busse des Campingplatzes mit Besuchern überfüllt.

Dornröschenschloss im Magic Kingdom
Dornröschenschloss
Susanne und meine Eltern starren auf ihre Sandwiches
Was diese Touristen wohl für ein Problem mit den lokalen Nahrungsmitteln haben ?
Viele Besucher im Magic Kingdom
Magic Kingdom

Wir machten am Montag einen Ruhetag und besuchten das "Wet'n Wild", einen Wasservergnügungspark am Rande der Stadt "Orlando". Es war drückend warm, aber die Sonne steckte oft hinter einer grossen Wolke. Dafür hatte es wenig Leute, so dass wir die verschiedenen Wasserrutschbahnen ohne grosse Wartezeiten geniessen konnten, eine herrliche Abwechslung zum Kolonnestehen der vergangenen Tage. Am Dienstag standen dann die "MGM-Studios" auf dem Programm. Leider blieb die Studiotour deutlich unter den Erwartungen. Wir fanden, die "Universal"-Studiotour in "Los Angeles" war bedeutend informativer. Am Mittwoch folgte der Höhepunkt unseres Aufenthaltes in "Orlando", der Besuch des "Sea World". Auch wenn dieser Park ähnlich aufgebaut ist, wie derjenige in "San Diego", so wurde uns kein Moment langweilig. Die Shows mit den Delphinen und Walen sind immer wieder faszinierend, genauso, wie das Theater mit den Seelöwen und dem kleinen Otter. Besonders herausragend war natürlich die Vorstellung der Killerwale, die zu unserer Verwirrung genau die gleichen Namen trugen, wie diejenigen in "San Diego". Abgeschlossen wurde dieser herrliche Tag mit einer spektakulären Feuerwerk- und Lasershow. Das Tüpfchen auf dem "i" war das hervorragende Nachtessen in einem chinesischen Restaurant. Damit ging unser Aufenthalt in "Kissimmee" zu Ende, wir fuhren am 22. März im Konvoi nach "Rockledge", unweit des "Kennedy Space Centers".

Trainerin mit Orca
Orca im Sea World

Am nächsten Tag besuchten wir den "Spaceport USA", die Ausstellung in eben diesem "Space Center". Auf einer zweistündigen Bustour wurden wir durch das Gelände geführt, konnten das riesige Gebäude bewundern, in dem früher die "Saturn V"-Raketen und heute die "Space Shuttle" zusammengebaut werden und durften eine der Startrampen aus der Nähe betrachten. Anschliessend bummelten wir durch die verschiedenen Ausstellungen. Höhepunkt war eine Filmvorführung auf einer fünf Stockwerke hohen Leinwand. Wir sahen sensationelle Bilder der Erde aus dem "Space Shuttle" und konnten die Astronauten bei ihrer Arbeit im All beobachten. Ein absolut unbeschreiblicher Film, den man gesehen haben muss, wenn man auch nur in die Gegend von "Cape Canaveral" kommt !

Space Port USA - Aufschrift auf Reisebus
"Space Port USA"
Halle für den Zusammenbau des Space Shuttle - voluminösestes Gebäude der Welt
Halle für den Zusammenbau des Space Shuttle
"Raketengarten" - diverse Weltraumraketen
"Raketengarten"
Saturn V, Trägerrakete der Apollokapsel - auch Mondrakete genannt
Saturn V
Kommandoraum in Cape Canaveral
Kommandoraum
Mondfähre
Mondfähre

Atlantikküste:

Auf Grund unserer Erfahrungen, die wir letzten Monat auf dem Weg nach "Key West" gemacht hatten, entschlossen wir uns, statt auf die "Keys" zu fahren, noch einen Tag hier an der Atlantikküste zu verbringen. So machten wir uns am anderen Morgen auf den Weg nach "Cocoa Beach", wo wir einen herrlichen Tag im Sand und im Wasser verbrachten. Auch hier an der Ostküste von "Florida" war das Wasser sauber und warm, es war eigentlich kein Unterschied zur Westküste festzustellen. Allerdings hatte es bedeutend weniger Leute und der Sandstrand war mindestens dreimal so breit. Er verlief in nördlicher und südlicher Richtung endlos bis zum Horizont. Hinter dem Sandstrand reihten sich die Hotelkasten aneinander.

Atlantikküste in Florida
Sandstrand in Florida
Atlantikküste in Florida
Sandstrand in Florida

Am 25. März nahmen wir die 400 km nach "Miami" unter die Räder. Kurz nach Mittag kamen wir glücklich in der Metropole an. Wir genossen nocheinmal Schwimmbecken und Sprudelbad auf dem Campingplatz "Miami South". Am anderen Tag packte Mami die Koffer und machte sich für die Heimreise bereit, Papi, Susanne und Reto fuhren nach "Miami Beach", um nocheinmal die Bräune unserer Haut zu pflegen. Dann kam schon der 27. März, es hiess Abschied nehmen. Wir brachten das "Gampiross" zurück und fuhren zum Flughafen von "Miami". Gemeinsam frühstückten wir auf dem Flugplatz, um zehn Uhr mussten Retos Eltern zum Flugzeug gehen. Bei der Sicherheitskontrolle verabschiedeten wir uns voneinander, bald verschwanden Mami und Papi auf der Rolltreppe. Wir mussten schon einmal leer schlucken, als wir plötzlich wieder mutterseelen alleine dastanden. Wir hatten sie doch erst abgeholt, warum flogen sie nun schon wieder nach Hause ? Aber selber heimkehren hätten wir doch nicht gewollt. Nein, wir sind noch nicht bereit für die Schweiz, nicht bevor wir Alaska gesehen haben !

Vom Flugplatz fuhren wir nach "Miami Beach". Wir blickten immer wieder in den Rückspiegel, aber der weisse Ford mit den grünen Streifen folgte uns nicht mehr ... Während Retos Eltern zum langen Flug nach Europa abhoben, lagen wir schon wieder am Strand in der warmen Sonne. In der Schweiz soll es geschneit haben, hier zeigte das Thermometer dreissig Grad ! Doch auch für uns ging der Aufenthalt in "Florida" dem Ende entgegen.
Mit dem Besuch von "Florida" haben wir ein neues Stück Amerika gesehen. Der Unterschied zu den Staaten im mittleren Westen ("Arizona", "Utah", "New Mexico", "Texas") ist enorm. "Florida" ist ein äusserst fruchtbarer Staat, ein grosser Gegensatz zu den wüstenhaften Staaten im Westen. Dafür ist "Florida" von einer riesigen Menschenmenge regelrecht überlaufen. Neben der Bevölkerung, die ständig hier wohnt, ziehen jeden Winter tausende von pensionierten Nordstaatlern und Kanadiern mit ihren riesigen Campern nach "Florida". Sie werden liebevoll "Snowbirds" (Schneevögel) genannt und leben bis zu neun Monaten im "Sunshine State". Auf den Campingplätzen haben sie sich häuslich eingerichtet, mit Blumenbeeten um das Motorhome, Plastikbambis im Gärtchen und prachtvollem Lampenschmuck am Vorzelt. In den Strassen herrscht genau so dichter Verkehr wie in Europa und auch der Fahrstil ist meistens sehr ähnlich. "Florida" war ein eindrückliches Erlebnis, vorallem die Wärme und die Sandstrände sind einmalig, aber nun freuen wir uns auf den Weg zurück in die Wüste, da wo wir nicht für alles in einer Schlange stehen müssen, sondern froh sind, wenn uns gelegentlich wiedereinmal ein Auto begegnet. Es ist faszinierend, welche Gegensätze dieses Land zu bieten hat, wir sind gespannt, was noch alles auf uns wartet !

Wir haben uns für das erste Mai-Wochenende bei unseren Freunden in "San Diego" angemeldet, das heisst, wir haben den ganzen Weg von der Ost- zur Westküste vor uns. Wir folgten deshalb der Atlantikküste nordwärts, gönnten uns aber jeden Tag einige Stunden am Strand. Am 29. März erreichten wir "Charleston" in "South Carolina", damit kamen wir von einer Stunde zur andern in herbstlich anmutende Verhältnisse. Die Temperatur fiel um zwanzig Grad, es hatte Nebel und es begann zu regnen. Am nächsten Tag erkundigten wir uns nach Möglichkeiten, unseren Joker am Ende unserer Reise nach Europa zurück zu verschiffen. Es scheint, dies sollte problemlos möglich sein ... Noch am gleichen Tag fuhren wir nach "Atlanta" im Staat "Georgia" weiter. Wir besuchten den berühmten "Underground" von "Atlanta", der während des Sezessionskrieges als Lazarett diente und heute ein modernes Einkaufszentrum beherbergt.

Was wir sonst noch in der Heimatstadt von "Coca Cola" unternehmen und was wir auf dem Weg von "Atlanta" nach "San Diego" erleben, das erfahrt Ihr im nächsten Monatsbericht.


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Produktionshinweis: Alle Bilder wurde mit einer Minolta 7000AF unter Verwendung verschiedener Kodak-Filme als Dia gemacht. Anschliessend haben wir die Bilder mit einem Canon Scanner digitalisiert und mit Microsoft Image Composer nachbearbeitet.


usa9003.html (überarbeitete Version) / 24-Apr-2009 (ra) / reto ambühler