USA8990: 7. Monatsbericht (1. 2. bis 7. 3.1990)

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USA Flagge

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Miami, 7. März 1990

"Aller guten Dinge sind drei !" Dies musste sich unser Joker gesagt haben, als er uns eines Abends, gerade am Eingang eines Campingplatzes im "Big Bend National Park", mit der dritten roten Kontrollampe im Armaturenbrett schockierte. Die Anzeige teilte uns unmissverständlich mit, dass wir zu wenig Oel hätten. Ein Blick unter den Wagen bestätigte, dass wir ein ernsthaftes Problem hatten, das Oel floss irgendwo aus dem Motor heraus und bildete innert kürzester Zeit eine beträchtliche Lache.


Big Bend National Park:

Als Reto am anderen Morgen unter den Wagen kroch, um den Schaden zu besichtigen, stellte sich heraus, dass der Oeldruckschalter leck geworden war. Im Nu wurden wir zur Attraktion des Parkes, immer mehr Leute standen um unseren Wagen und boten ihre Hilfe an. Trotz unseres gut ausgerüsteten Werkzeugkoffers hatten wir kein passendes Hilfsmittel, um das defekte Teil herauszuschrauben. Reto versuchte es mit Steckschlüsseln aus mehreren Werkzeugkisten unserer Nachbarn, doch erst als ein pensionierter Lastwagenmechaniker erschien, fanden wir das richtige Werkzeug. Er erkannte auch sofort, was zu tun war. Mit einem Bunsenbrenner eines anderen Helfers verlötete er das Loch im Schalter. Zwar war damit die Anzeige nicht mehr funktionsfähig, dafür war das Ding wieder dicht. Bald war das reparierte Teil eingesetzt und der Motor lief wieder, ohne einen Tropfen Oel zu verlieren. Es war ein eindrückliches Erlebnis, mitten in der Wüste, siebenhundert Kilometer von der nächsten VW-Garage entfernt, nicht alleine gelassen zu werden. Wenn wir uns auch schon ab und zu etwas kritisch über die Amerikaner geäussert haben, so muss ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft an dieser Stelle auch einmal ausdrücklich erwähnt werden. So gesehen war selbst dieser Zwischenfall ein schönes Erlebnis.

Genau wie auch die übrigen Tage im "Big Bend National Park", der seit anfangs Februar zu unseren drei Lieblings-Nationalparks gehört. Die anderen beiden sind der "Rocky Mountains National Park" und der "Grand Canyon". Am Tag nach unserer Ankunft erlebten wir am Morgen ein heftiges Gewitter mit stürmischen Winden, Regen und Graupelschauern. Mit solchem Wetter hatten wir mitten in der Wüste nicht gerechnet. Schon gegen Mittag verzogen sich die dunkeln Wolken wieder, am Nachmittag erinnerte kaum mehr etwas an das Gewitter. Doch als wir an den nächsten beiden Tagen verschiedene Wanderungen unternahmen, lag sogar noch nach zwei Tagen an schattigen Stellen ab etwas 2500 Meter über Meer etwas Schnee. Gleichzeitig herrschten im Tal Temperaturen von über fünfundzwanzig Grad. Doch wenn die Wüste auch viel mehr Pflanzen und Tieren Lebensraum bietet, als wir erwartet hatten, so stimmte wenigstens die Theorie, dass es in der Wüste tagsüber heiss und nachts kalt sei. Die Temperatur fiel jede Nacht unter den Gefrierpunkt, so dass wir während dem Frühstücken stets heizen mussten. Neben den "Weisswedelhirschen", die den "Ohren" zum Verwechseln ähnlich sehen, aber etwas kleiner sind, haben wir vorallem Wildschweine beobachten können. Diese liessen sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht beeindrucken, selbst als wir uns ihnen bis auf weniger als zwei Meter näherten. Sie kauten laut schmatzend an den Kakteen und hinterliessen ein fürchterliches Durcheinander. Mehrmals begegneten wir einem Rudel von etwa zehn Wildschweinen, wo sie gefressen hatten, sah es aus, als hätte ein Wirbelsturm gewütet. Im Park sollen auch 24 Berglöwen leben, aber wir hatten nicht das Glück, eine dieser seltenen Raubkatzen zu sehen. Am 5. Februar unternahmen wir eine Bootstour auf dem "Rio Grande". Leider lag der Wasserstand etwa 50 cm unter dem üblichen Pegel, so dass die Stromschnellen sehr harmlos waren. Doch wir erwischten einen herrlichen, wolkenlosen Tag. Im "Rio Grande" entdeckten wir bestimmt ein halbes Dutzend Schildkröten, die die warmen Sonnenstrahlen genossen. Zweimal unterbrachen wir die Bootsfahrt und machten kurze Ausflüge auf mexikanischem Boden, wo uns der Tourführer zu Fuss durch schmale Seitentäler führte.

Mule ears mountain im Big Bend NP
Mule ears mountain
Casa Grande Mountain im Big Bend NP
Casa Grande Mountain
Blick vom Big Bend NP nach Mexico
Blick nach Mexico
Wildschwein (Javelina) im Big Bend NP
Wildschwein
Wildschwein (Javelina) im Big Bend NP
Wildschwein
Junger Weisswedelhirsch (Whitetail Deer) im Big Bend NP
Junger Weisswedelhirsch
Koyote im Big Bend NP
Koyote
Erdkuckuck (Road Runner) im Big Bend NP
Erdkuckuck
Rio Grande im Big Bend NP
Rio Grande

San Antonio:

Am 7. Februar reisten wir Richtung "San Antonio" weiter, wo wir am nächsten Tag eintrafen. Wir ersetzten den defekten Oelschalter an unserem Wagen. Dabei stellten wir fest, dass die Oelablassschraube den "ewigen Umgang" hatte. In der VW-Garage ersetzte man sie durch eine Schraube mit grösserem Durchmesser, doch seit diesem Tag verliert unser Joker stets ein wenig Oel. Der Verlust ist aber so klein, dass wir uns darüber keine Sorgen machen müssen. Während unser Auto in der Werkstatt war, besuchten wir das "Rivercenter", ein modernes Einkaufszentrum mitten in der Stadt, umgeben von einem künstlichen Kanalsystem. San Antonio wird das Venedig Amerikas genannt. In unseren Augen besteht aber überhaupt keine Aehnlichkeit zwischen den beiden Städten. Am nächsten Tag fuhren wir nach "Houston" weiter. In der viertgrössten Stadt der USA besuchten wir das "Lyndon B. Johnson Space Center". Es befindet sich etwa fünfzig Kilometer südlich der Stadt. Hier werden unter anderem die Astronauten ausgewählt und ausgebildet. Am Eingang liegt eine der riesigen "Saturn V"-Raketen, die im Rahmen des "Apollo"-Programmes mehrmals Menschen zum Mond befördert hatten. In der Ausstellung konnten wir eine "Apollo"-Raumkapsel bewundern, die zum Mond und wieder zurück zur Erde flog. Danaben hatte es ein Modell einer Mondfähre und eines Mondautos. Im weiteren wurden Raumanzüge und Mondgestein gezeigt. Die ganze Ausstellung wirkte allerdings etwas unsystematisch, was uns sehr wunderte, denn in dieser Beziehung sind die Amerikaner sonst kaum zu übertreffen. Wir erfuhren jedoch, dass eine neue Ausstellung gebaut werden soll, offensichtlich ist der Platz am gegenwärtigen Standort knapp geworden. Höhepunkt unseres Besuches war natürlich die dreissigminütige Führung durch das "Mission Control Center". In diesem mit Monitoren, Schaltern und Knöpfen übersäten Raum wurden und werden sämtliche bemannten Raumflüge der Amerikaner überwacht und geführt. Man erläuterte uns die Funktionen einiger Schlüsselpositionen. Eigentlich hatten wir gehofft, ein bisschen mehr Leben zu sehen, doch muss man bedenken, dass dies nicht ein Vergnügungspark, sondern ein Arbeitsplatz ist. Leider durften wir auch die Symulatoren nur aus der Ferne betrachten, vielleicht wäre an einem Werktag noch etwas mehr zu sehen gewesen. Beeindruckend waren aber auch die Bürogebäude. Die insgesamt etwa dreissig Gebäude befanden sich mitten in einem grünen Park, im Zentrum hatte es einen grossen Teich mit Fischen, umgeben von schattenspendenden Bäumen. Mit wenigen Ausnahmen waren die Gebäude nur zweistöckig, die Büros hatten viele Fenster. Kein übler Arbeitsplatz, wie uns schien ...

Mondauto im Lyndon B. Johnson Space Center
Mondauto
Apollo Kapsel im Lyndon B. Johnson Space Center
Apollo Kapsel

Am Montag fuhren wir ins Stadtzentrum, wo wir die Zeit hauptsächlich in einem noblen Einkaufszentrum mit dem Namen "Galleria" verbrachten, allerdings ohne viel Geld auszugeben. Als besondere Attraktion hatte es mitten im Einkaufszentrum ein Eisfeld, wo vorwiegend junge Mädchen ihre Runden drehten. Im Stadtzentrum fanden wir eine drei Wochen alte "NZZ" mit interessanten Information über Europa. Da es sehr schwierig ist, deutschsprachige Zeitungen zu finden, mussten wir uns mit dieser beinahe schon antiken Ausgabe zufrieden geben.


New Orleans:

Am 13. Februar verliessen wir "Texas" in Richtung "Louisiana", wo wir am nächsten Tag "New Orleans" erreichten. Mit der Nähe des Meeres kam auch der grosse Regen. Am Tag unserer Ankunft goss es wie aus Kübeln, der Campingplatz stand zentimetertief unter Wasser. Doch am anderen Morgen liess der Regen zum Glück nach, tagsüber war es meistens bedeckt, aber trocken. Mit dem öffentlichen Bus fuhren wir ins Stadtzentrum, was mehr als eine Stunde dauerte. Unser erster Spaziergang führte uns ans Ufer des berühmten "Mississippi", wo es wiederum ein hochmodernes Einkaufszentrum hatte. "Shopping" scheint die wichtigste Freizeitbeschäftigung der Amerikaner zu sein, "Shopping Centers" gibt es in jeder Stadt zu Dutzenden. Doch die Hauptattraktion von "New Orleans" war natürlich das "French Quarter". Wir bummelten durch die Strassen mit den klangvollen Namen wie "Chartres Street", "Royal Street" und "Bourbon Street". Wir bewunderten die kunstvoll geschmiedeten Balkongeländer, die bereits für das kommende "Mardi Gras"-Fest geschmückt waren. "Mardi Gras" heisst das zehntägige Fest, das unserer Fastnacht entspricht und am Tag vor der Fastenzeit endet. Ueberall hingen Fahnen, Masken und die für dieses Fest typischen Halsketten. Gegen Abend war vorallem in der "Bourbon Street" eine Menge los. Es gab Bars, in denen Bands spielten und eine aussergewöhnlich hohen Anzahl Lokale, mit sehr eindeutigen Angeboten. So etwas hatten wir in den USA noch nie gesehen. An diesem Abend assen wir auf einem Balkon eines hübschen Restaurants über der weltberühmten "Bourbon Street".

Haus mit geschmiedetem Balkongeländer in New Orleans
Haus mit geschmiedetem Balkongeländer
Nachtleben in New Orleans
Nachtleben
Jazzband in New Orleans
Jazzband

Am nächsten Tag unternahmen wir eine Fahrt auf einem der nicht weniger berühmten Mississippi-Raddampfer. Den Samstag verbrachten wir mit einer Fahrt entlang des "Mississippi", wo wir verschiedene Plantagen besuchten. Hier wurde einst mit Hilfe der schwarzen Sklaven Baumwolle und Zucker produziert, einige der am besten erhaltenen Herrenhäuser sind heute der Oeffentlichkeit zugänglich. Wir schlossen uns einer Führung durch eine der besonders noblen Plantagen an. Das Haus war sehr prunkvoll eingerichtet. Das Besondere an dieser Plantage ist eine Allee aus zwei mal vierzehn Eichen, die mehrere hundert Jahre alt sind und von der Strasse zum Haus führen. Der Blick durch die Allee auf das Herrenhaus war phantastisch. Im Laufe der Führung wurden uns Details aus dem Leben der Besitzer erläutert, doch das traurige Schicksal der Sklaven wurde mit keinem Wort erwähnt. Es scheint, dass die Amerikaner Schattenseiten ihrer Vergangenheit nur durch Schweigen und Verdrängen bewältigen. Schon im "Space Center" in "Houston" ist uns aufgefallen, dass die Rückschläge im Laufe der amerikanischen Raumfahrt mit keinem Wort erwähnt wurden ...

Plantage mit Herrenhaus und Eichenallee
Herrenhaus mit Eichenallee

An diesem Abend begannen die "Mardi Gras"-Umzüge. Ein Angestellter des Campingplatzes erklärte uns, wo wir die Parade in einem Aussenquartier am besten verfolgen konnten. Etwa zwanzig dekorierte Wagen und ebensoviele Bands und Tanzgruppen zogen durch die Strasse. Maskierte Leute warfen Taler, Ketten, Becher und Süssigkeiten ins Publikum, die Menge stürzte sich gierig auf das Plastikgut. Susanne entpuppte sich als geschickte Fängerin, als der Umzug vorbei war, hatten wir etwa ein Dutzend Taler, Ketten und auch einen "Mardi Gras"-Becher. Gerne hätten wir auch eine Parade im Stadtzentrum von "New Orleans" verfolgt, aber der Angestellte auf dem Campingplatz riet uns dringend davon ab. In der Stadt würde es an den Paraden sehr heftig und wüst zu und her gehen. Wir würden Gefahr laufen, von der riesigen Menschenmenge unter einen der vorbeifahrenden Wagen gestossen zu werden. Wer versuche, etwas vom Boden aufzuheben, müsse damit rechnen, dass ihm drei andere auf die Hand treten. Wir erinnerten uns daran, dass es in Brasilien während des Karnevals stets zahlreiche Unfälle gibt und verzichteten deshalb auf dieses Abenteuer.

"Schmuckwerfer" am Mardi Gras
"Schmuckwerfer"
Balkon mit Mardi Gras Schmuck
Mardi Gras
"Sträfling" am Mardi Gras
"Sträfling"
Kostümierter Mann auf Umzugswagen am Mardi Gras Kostümierte Frau auf Umzugswagen am Mardi Gras Kostümierte Frau auf Umzugswagen am Mardi Gras
Kostümierte Männer und Frauen auf Umzugswagen am Mardi Gras

Florida:

Am Sonntag verliessen wir "New Orleans" wieder und machten uns auf den Weg nach "Florida", dem 25. Staat auf unserer Reise. Am 20. Februar erreichten wir "St. Petersburg", wo zum ersten Mal seit bald einer Woche wieder die Sonne schien. Das Thermometer kletterte auf etwa dreissig Grad, wir schwitzten wie im Hochsommer und stürzten uns ins Schwimmbecken des Campingplatzes. Am folgenden Tag besuchten wir den "Sunken Garden" (Versunkenen Garten). In diesem kleinen Paradies mitten in der Stadt, blühten bunte Blumen und exotische Pflanzen, sie boten ein herrliches Farbenspiel. Daneben beheimatet der Garten Affen, Alligatoren und verschiedene Vögel. Eine ganz besondere Attraktion waren die bunten Papageien, von denen einige "hello" und "bye" sagen konnten. Am Donnerstag fuhren wir weiter nach "Orlando", wo wir an unserem Joker den 135000 km-Service machen liessen. An diesem Tag holte uns der grossen Regen wieder ein, auch als wir zur Ostküste fuhren, blieb der Himmel grau, es goss fast den ganzen Tag wie aus Kübeln. Florida, "sunshine state" (Sonnenscheinstaat), was machst du mit uns ?! Seit Tagen wurde im Radio berichtet, dass die Raumfähre "Atlantis" zu ihrem geheimen Flug ins All starten sollte, doch bis zum Wochenende wurde der Start aufgrund des schlechten Wetters immer wieder verschoben. Die Nacht vom 24. auf den 25. Februar verbrachten wir an der Küste mit Blick auf die Startrampe. Tausende von Schaulustigen säumten die Strasse. Um 0:55 Uhr sollte die Raumfähre abheben, doch 31 Sekunden vor dem Start wurde der "Countdown" abgebrochen. Die Wetterbedingungen wären ideal gewesen, doch ein technisches Problem erzwang einen Aufschub um 24 Stunden. Als wir in der nächsten Nacht wieder am Strassenrand standen, erhielten wir von einem Passanten einen Zutrittpass, so dass wir ins eigentliche Raumfahrtzentrum fahren durften, um den Start aus nur 10 km Entfernung zu verfolgen. Die Sicht auf die Raumfähre war phantastisch, sie stand im gleissenden Licht der Scheinwerfer auf der Startrampe. Doch in dieser Nacht verhinderte der böige Wind und die aufziehenden Wolken einen Start. Wir waren natürlich sehr enttäuscht, eine solche Gelegenheit wird sich uns wohl nie mehr bieten !

Spaceshuttle auf Startrampe bei Nacht
Spaceshuttle auf Startrampe

Nach den beiden halbdurchwachten Nächten, waren wir zu müde, um weitere Freinächte auf uns zu nehmen. Am anderen Morgen machten wir uns deshalb auf den Weg nach "Miami", wo wir die letzten Vorbereitungen für den Besuch von Retos Eltern trafen. Die folgenden Tage verbrachten wir auf den "Keys", wo es meistens sonnig und sehr warm war. Bis zum 28. Februar waren die Campingplätze mehrheitlich voll, doch am 1. März herrschte grosser Auszug. Die "Snowbirds" (Schneevögel), wie die Leute aus den nördlichen Staaten der USA und Kanadas genannt werden, packten ihre riesigen Wohnmobile zusammen und machten sich auf den Heimweg. Nun kehrte plötzliche Ruhe ein, die Campingplätze waren auf einen Schlag halb leer. Am Dienstag kehrten wir nach "Miami" zurück, wo wir wieder einmal etwas "Hausarbeit" zu erledigen hatten.

Susanne vor einer Waschmaschine
Susanne wäscht
Amerikanische Wäscherei (Laundry)
Wäscherei
Susanne vor Tumbler
Susanne belädt Trockner

Unter dem Stichwort "Kuriositäten aus Amerika" möchten wir euch die nachstehenden Begebenheiten nicht vorenthalten: Um in einen Nationalpark zu gelangen, muss man im Allgemeinen eine Eintrittsgebühr von fünf Dollar bezahlen. Dies erlaubt dem Besucher, während einer Woche beliebig oft im gleichen Nationalpark ein- und auszugehen. Für Leute, die mehrere Nationalparks besuchen wollen, gibt es einen sogenannten "Golden Eagle Pass". Dieser kostet fünfundzwanzig Dollar und gilt während eines Kalenderjahres in jedem Nationalpark der USA. Als wir im Januar mit Thomas Müller in den "Rocky Mountains National Park" fuhren, wollten wir einen neuen "Golden Eagle Pass" kaufen, doch der Ranger sagte uns, der Pass sei noch nicht erhältlich. Was nun ? Als Europäer erwarteten wir natürlich, dass wir nun die fünf Dollar zu bezahlen hätten. Weit gefehlt ! Der Ranger erklärte uns, wir müssten beim Eingang zum Park sagen, wir wollten den neuen "Golden Eagle Pass" kaufen. Da er noch nicht verfügbar sei, würde uns der Ranger kostenlos passieren lassen. Gesagt, getan. Thomas wird jedem Zweifler gerne bestätigen, dass es bestens funktionert hat. Der "Golden Eagle Pass" ist übrigens bis heute noch nicht gedruckt, der "Trick" hat aber bei allen Parks funktioniert, die wir bis jetzt in diesem Jahr besucht haben ...

Auf dem Weg durch Texas entdeckten wir an der Eingangstür eines Lebensmittelgeschäftes folgendes Schild: "Please unload guns and remove skimask before entering this store" ("Vor dem Betreten dieses Ladens bitte Waffen entladen und Gesichtsmasken entfernen"). Wir schlagen vor, dass sämtliche Bank- und Postfilialen in der Schweiz ein Schild anbringen mit der Aufschrift "Ueberfall verboten !" ...

Ebenfalls in Texas wurden wir von der Grenzpatroullie anlässlich einer Routinekontrolle gestoppt. Der Beamte verlangte die Pässe zu sehen und fragte uns dann freundlich, aber bestimmt, ob wir Terroristen seien ? Wir haben darauf verzichtet, auszuprobieren, was geschehen würde, wenn man diese Frage bejaht ...

Wir haben uns übrigens einen amerikanischen Reiseführer über die Schweiz gekauft. Nicht aus Heimweh, sondern um herauszufinden, wie die Amerikaner die Schweiz sehen, welche Vorstellungen sie von unserer Heimat haben. Wir haben uns köstlich amüsiert. Die Informationen sind sehr gut und zutreffend, selbst die Umlaute sind korrekt gedruckt. Ob die Schweizer allerdings soviel Lob und Wohlwollen verdienen, bleibe dahingestellt. Im Gegensatz zu unseren deutschsprachigen Reiseführern über Amerika, die mit kritischen, ja manchmal arroganten und anmassenden Bemerkungen gespikt sind, ist der amerikanische Reiseführer über die Schweiz äusserts höflich und stets sehr positiv formuliert. Wir finden dies eigentlich die angemessenere Haltung für einen Gast. Die hohe Meinung der Amerikaner über die Schweiz belegen die folgenden beiden Bemerkungen: "Das Schweizer Transportwesen ist wohl das beste der Welt" und "Die Effizienz des Schweizerischen Verkehrsbüros ist schon fast legendär".

Susanne und Reto frühstücken im Schatten den Vordaches
Frühstück in Florida

Zum Abschluss nun die Auflösung unseres kleinen Rätselspiels:

  1. NYC steht für "New York City"
  2. Ped Xing heisst "Pedestrian Crossing" (Fussgänger kreuzen, Fussgängerstreifen)
  3. Xmas heisst "Christmas" (Weihnachten)
  4. Colo Spgs steht auf Strassenschildern für "Colorado Springs" (Ortsname)
  5. Blvd heisst "Boulevard" (breite Strasse)
  6. Hwy bedeutet "Highway" (Hauptstrasse, Autobahn)
  7. RR steht für "Railroad" (Eisenbahn)
  8. Deli Sandwich bedeutet "Delicatessen Sandwich"
  9. JFK Exp heisst "John F. Kennedy Express" (Expresszug, der in New York zwischen "Manhatten" und dem "John F. Kennedy" Flughafen verkehrt)
  10. BBQ steht für "Barbecue" (grillieren, braten)
  11. Ein "RV" ist ein "Recreation Vehicel" ("Erholungsfahrzeug", sprich Camper oder Wohnmobil)
  12. UPS ist die amerikanische Post ("United Parcel Service"), die nur Briefe und Pakete spediert, mit Telefon oder Telegramm aber gar nichts zu tun hat.

Beispiele von speziellen Wörtern oder Satzbildungen sind:

  1. "Spa" ist ein Bad oder auch eine Heilquelle
  2. "Jacuzzi" ist ein Sprudelbad
  3. "All 4 U" heisst "All for you" (Alles für Sie)

Morgen werden nun Retos Eltern in "Miami" eintreffen, gemeinsam werden wir in den nächsten 3 Wochen "Florida" geniessen. Was wir zu viert erlebt haben, werdet Ihr im nächsten Monatsbericht erfahren.


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Copyright © 1989-2009 Reto und Susanne Ambühler-Hauenstein - Alle Rechte vorbehalten.
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Produktionshinweis: Alle Bilder wurde mit einer Minolta 7000AF unter Verwendung verschiedener Kodak-Filme als Dia gemacht. Anschliessend haben wir die Bilder mit einem Canon Scanner digitalisiert und mit Microsoft Image Composer nachbearbeitet.


usa9002.html (überarbeitete Version) / 22-Apr-2009 (ra) / reto ambühler